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Vereinsleben

Die Altersstufen im Kinderfußball: Bambini, F, E, D

G, F, E, D und die U-Zahlen: welcher Jahrgang wo spielt, warum Bambini die G-Jugend ist, und warum dein Kind nicht mit seiner Schulklasse spielt.

8 Min. Lesezeitvon

„Mein Sohn ist im Oktober 2021 geboren. Ist er jetzt Bambini oder F-Jugend, und was heißt U8?“ Zieh vom Jahr, in dem die Saison beginnt, das Geburtsjahr ab. Kommt 7 oder 8 heraus, ist es F-Jugend. 9 oder 10 ist E, 11 oder 12 ist D, alles darunter ist G. Und Bambini ist nur der zweite Name der G-Jugend, darunter gibt es beim Verband nichts.

Für den Sohn von oben: Die Saison 2026/27 hat im Sommer 2026 begonnen, 2026 minus 2021 ist 5, also G-Jugend, und zwar die ganze Saison lang, auch nach seinem sechsten Geburtstag im Oktober. Ein Kind aus dem Januar 2021 kommt auf dieselbe 5 und spielt in derselben Stufe, obwohl es fast ein Jahr älter ist. Dass Januar- und Dezemberkinder im selben Jahrgang landen, hat Folgen, und die stehen in Kapitel 14 des Leitfadens: Ist mein Kind talentiert?

Das hier ist Kapitel 01 des Elternleitfadens in lang. Dort steht die Antwort in fünf Sätzen, hier stehen die Tabelle, die Buchstaben, die U-Zahlen und die Verwechslung mit der Schule.

Welcher Jahrgang wo spielt

Eingeteilt wird nach dem Kalenderjahr, in dem die Saison beginnt, Stichtag ist der 1. Januar. So steht es in § 5 der DFB-Jugendordnung, Fassung vom 21. August 2026, und das gilt bundesweit. Die Spielformen daneben kommen aus dem Anhang IV derselben Ordnung. Für G, F und E sind sie seit der Spielzeit 2024/25 verbindlich, für die D-Jugend eine Empfehlung. Für die Saison 2026/27:

StufeKürzelGeburtsjahrgängeSpielbetriebKinder je Mannschaft
G-Jugend, auch BambiniG · U7/U62020 und jüngerSpielfeste, kein Ligabetrieb, keine Pokalspiele2 gegen 2 oder 3 gegen 3, auf vier Minitore
F-JugendF · U9/U82019 und 2018Spielfeste, kein Ligabetrieb, keine Pokalspiele3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5
E-JugendE · U11/U102017 und 2016Spielfeste und Turniere, hier fängt der Ligabetrieb an4 gegen 4, 5 gegen 5, 6 gegen 6 oder 7 gegen 7
D-JugendD · U13/U122015 und 2014Meisterschaftsspiele7 gegen 7, 8 gegen 8 oder 9 gegen 9, jeweils mit Torwart

Der DFB gibt je Stufe eine Spanne vor, und dein Landesverband wählt daraus aus. Ob eure F-Jugend 3 gegen 3 spielt oder 5 gegen 5, steht deshalb in den Durchführungsbestimmungen deines Verbands, nicht beim DFB. Welches Feld dazugehört, mit Maßen, rechnet der Spielfeld-Rechner aus. Und welcher Ball zu welcher Stufe gehört, ist Kapitel 06 des Leitfadens.

Die Buchstaben und die U-Zahlen

Die Stufen tragen Buchstaben, die rückwärts laufen. Je jünger die Kinder, desto weiter hinten im Alphabet: G ist die jüngste, darüber kommen F, E und D. Daneben gibt es die U-Bezeichnungen, die dasselbe meinen und nur anders zählen. In manchen Vereinen sagt man das eine, in manchen das andere, und in Formularen stehen oft beide.

Das U heißt „unter“, U9 also „unter neun Jahre alt“, und jede Stufe umfasst zwei Jahrgänge. Deshalb schreibt der DFB U9/U8 und nicht nur U9. Der Buchstabe benennt die Stufe, die U-Zahl den Jahrgang darin. Im Lexikon steht das unter Altersstufen, mit Beleg.

Und wenn dein Verein „F1“ und „F2“ sagt: Das ist keine Wertung der Kinder, sondern zunächst eine Nummer. Zwei Mannschaften derselben Stufe brauchen zwei Namen, mehr steckt da erst mal nicht dahinter. Ob die Eins bei euch die stärkere ist oder die mit dem älteren Jahrgang, sagt dir der Trainer.

Bambini ist die G-Jugend, und darunter kommt nichts

Die Jugendordnung des DFB führt die Altersklasse unter dem Namen „G-Junioren/G-Juniorinnen (Bambini/U 7)“, und darunter kommt nichts mehr. Was viele Vereine zusätzlich für Drei- und Vierjährige anbieten (Minikicker, Fußballkindergarten, Spielgruppe mit Ball), ist ein Angebot des Vereins und keine Altersklasse des Verbands.

Für dich hat das eine praktische Seite, bevor der erste Spieltag kommt: Ein Kind, das noch nicht in die Altersklasse fällt, trainiert mit und fährt nicht mit. Was im Training geht, legt der Verein fest. Sobald es um einen Spieltag geht, gilt die Altersklasse, und die G-Jugend umfasst alle, die im Jahr des Saisonstarts höchstens sechs werden, nach unten ohne Grenze. Ein Mindestalter dafür gibt es beim DFB nicht. Hamburg setzt eines: Dort gibt es keine Spielberechtigung vor dem vollendeten fünften Lebensjahr (Jugendordnung des Hamburger FV, § 21 Abs. 2, geprüft am 28.08.2026). Was dein Landesverband dazu sagt, steht in seiner Jugendordnung. Mehr zum Wort steht im Lexikon unter Bambini.

Unser Verein hat kein Angebot für Kinder unter fünf. Außer wenn Eltern einen Fußballkindergarten anbieten.

Vereinsjahrgang ist nicht Schulklasse

Die Verwechslung, die ich am häufigsten erklären muss, steht nicht in der Tabelle, sondern daneben. Der Verein rechnet nach dem Geburtsjahr, die Schule rechnet nach einem Stichtag, und dieser Stichtag ist von Bundesland zu Bundesland ein anderer. Zwei Kinder, die in derselben Klasse sitzen, können deshalb in verschiedenen Mannschaften spielen.

Die beiden Daten, um die es geht: Der Verein teilt nach dem Kalenderjahr ein, Stichtag 1. Januar. Die Schule nimmt einen Stichtag im Sommer oder Herbst, und welcher das ist, entscheidet das Bundesland. Die Spanne reicht vom 30. Juni bis zum 30. September. Welcher Tag bei euch gilt, steht beim Deutschen Bildungsserver (Stand 27.02.2026). Jedes Kind, das zwischen dem 1. Januar und diesem Stichtag geboren ist, sitzt neben jemandem im Klassenzimmer, mit dem es im Verein nicht in derselben Mannschaft steht.

Nimm ein Bundesland mit Stichtag 30. September. Dann sitzen ein Kind vom November 2019 und eines vom Mai 2020 in derselben ersten Klasse. Im Verein ist das erste in der Saison 2026/27 F-Jugend, 2026 minus 2019 ist 7, und das zweite mit einer 6 noch G-Jugend. Das Novemberkind ist dabei in der Schule eines der ältesten in der Klasse und im Verein der jüngere Jahrgang seiner Stufe, neben Kindern, die fast zwei Jahre älter sind. In der Schule der Große, im Verein der Kleine.

Für dich heißt das: Dein Kind kann im Verein ein Jahr unter seinen Schulfreunden landen, obwohl es im selben Klassenzimmer sitzt. Bei uns ist das der häufigste Grund, warum ein Kind nach dem ersten Training enttäuscht im Auto nach Hause sitzt.

In der Klasse meines Sohns sind es zwei Kinder: Der eine trainiert eine Altersklasse über uns, und ein anderer Junge trainierte eine Jugend unter uns. Das mag alles seine Gründe haben, aber für den Zusammenhalt in der Mannschaft ist das natürlich nicht ideal.

Mit dem älteren Jahrgang trainieren

Man kann das im Einzelfall anders regeln, indem ein Kind mit dem älteren Jahrgang trainiert. Der Weg dahin geht über den Trainer und den Jugendleiter, er ist nicht überall gleich, und er ist nicht selbstverständlich. Es ist aber auch kein unverschämtes Anliegen, das Kind in eine andere Trainingsgruppe zu geben.

Ich halte die Trennung für falsch, und in meiner Mannschaft handhabe ich sie entsprechend: Wenn ein Kind mit seiner Schulklasse zusammenspielen will, nehme ich es mit hoch. Freunde sind in diesem Alter wichtiger als eine saubere Jahrgangsliste. Mein Team spielt auch zusammen in der Schule gegen die andere Klasse oder gegen die anderen Jahrgangsstufen. Das ist meine Regel. Der eine Verein trennt die Jahrgänge streng, der nächste nimmt es locker, und beide werden dir das begründen können.

Zwei Dinge werden dabei gern zusammengeworfen. Mittrainieren beim älteren Jahrgang im eigenen Verein regelt keine Ordnung, das entscheidet der Verein, also meist der Trainer. In der Jugendordnung des DFB, seiner Spielordnung und den Ordnungen von sieben Landesverbänden steht dazu nichts (geprüft am 28.08.2026), und Bremen sagt es in seiner Jugendordnung sogar ausdrücklich: „Der sportliche Einsatz ist dabei den Vereinen überlassen“ (§ 8 Abs. 1).

Mitspielen in der höheren Altersklasse, also am Spieltag, regelt dagegen der Landesverband. Drei Verbände, nachgesehen am 19.09.2026, lassen es zu. Bayern lässt Mannschaften aus zwei Stufen bilden, F/G zum Beispiel, die dann in der höheren spielen. Nach unten geht es dort nicht (Jugendordnung des BFV, § 7 Abs. 3 und 5, Stand 16.07.2026). Württemberg schreibt die F-Jugend gleich als „01.01.2018 und jünger“ (Leitfaden Kinderfußball des WFV, Spieljahr 2026/27, Abschnitt A Ziffer 9). Rheinland erlaubt genau eine Stufe nach oben und kein Überspringen (Durchführungsbestimmungen Jugend Teil I, Saison 2026/27, Ziffer 1.2.4, Stand 18.05.2026). Was bei dir gilt, steht in der Jugendordnung deines Landesverbands. Ob dein Kind dafür einen Spielerpass braucht, ist Kapitel 05 des Leitfadens.

Nie zu spät, mit vier, mit sechs oder mit acht

Wer mit acht anfängt, findet eine F-Jugend vor, in der 3 gegen 3 bis 5 gegen 5 gespielt wird, auf Spielfesten ohne Tabelle und ohne Liga. Da ist nichts, was ein Kind in zwei Jahren Verein aufgebaut hätte und ein anderes nicht mehr einholt. Ich glaube nicht, dass ein Kind mit acht etwas verpasst hat. Wie es zu Hause besser wird, wenn es das will, ist Kapitel 16 des Leitfadens.

Immer wieder, wenn ich in der Schule die Kinder spielen sehe, sind welche dabei, die nicht im Verein sind und trotzdem gut Fußball spielen. Das bestätigt die These, dass Kicken wichtiger ist als ein Training im Verein.

Was sich beim Aufrücken ändert

Von G nach F ändert sich die Spielform: aus 2 gegen 2 und 3 gegen 3 wird 3 gegen 3 bis 5 gegen 5, und die Felder werden größer. Von F nach E kommt der Ligabetrieb, und damit das erste Ergebnis, das irgendwo steht. Von E nach D kommt das verkleinerte Großfeld, 7 gegen 7 bis 9 gegen 9, jeweils mit Torwart, und statt Turnieren gibt es Meisterschaftsspiele. Ein Kind rückt dabei nicht an seinem Geburtstag auf, sondern mit dem neuen Spieljahr, das in der Regel am 1. Juli beginnt. Der ganze Jahreslauf, mit Meldung, Halle und Sommerpause, ist ein eigener Artikel: das Fußballjahr für Eltern.

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