Ballhülle
auch TPU, PU, PVC, Polyurethan, thermoplastisches Polyurethan, Kunstleder, Mikrofaser, 100 % PU, Außenmaterial, Oberhaut
Die Außenhaut des Balls. Auf der Packung steht dafür ein Kürzel, meist PU, TPU oder PVC. Es verrät das Preissegment und sonst wenig.
Leder kommt bei Kinderbällen praktisch nicht mehr vor. Was heute auf der Packung steht, ist ein Kürzel aus zwei oder drei Buchstaben, und an dem soll im Laden mehr hängen, als es trägt.
PU heißt Polyurethan und meint auf einem Ball fast immer beschichtetes Kunstleder: ein Trägergewebe, darauf eine PU-Schicht, dazwischen oft eine Schaumlage. Weich, gutes Ballgefühl, teurer. TPU ist dasselbe Polymer in anderer Verarbeitung, thermoplastisch, als geschlossene und dichtere Haut. Härter im Griff, unempfindlicher gegen Abrieb. Die beiden sind also keine Gegensätze, auch wenn sie auf der Packung so nebeneinanderstehen. PVC dagegen ist ein anderer Kunststoff, der billigste von allen, und er wird in der Kälte hart und reißt dann.
In fast jedem Sortiment liegt PVC unten, TPU in der Mitte und PU oben, ganz oben PU mit Mikrofaser-Träger. Wer TPU liest, hat meist einen Trainings- oder Freizeitball in der Hand, wer PU liest, eher einen Spielball. Insofern stimmt der Satz, PU sei das hochwertigere Material. Nur läuft er über den Preis und nicht über die Chemie. Der Hersteller nimmt TPU, weil der Ball billig und robust sein soll, und nicht umgekehrt.
Weiter trägt die Regel nicht. Das Kürzel ist nicht genormt, und die Überlappung ist groß: Eine dünne PU-Schicht auf billigem Träger ist nicht besser als ein ordentlicher TPU-Ball, sie fühlt sich nur weicher an. Manche Hersteller schreiben ohnehin auf jede Produktseite dasselbe. Bei Hummel steht „100 % PU“ über dem ganzen Sortiment, vom Freizeitball bis zum teuersten Modell, und Umfang, Druck und Blase stehen gar nicht erst da. Dann sagt das Kürzel nichts mehr.
Die zweite Regel, die kursiert, ordnet die Kürzel dem Untergrund zu: TPU für Straße und Kunstrasen, PU für Rasen. Die Beobachtung dahinter ist richtig, die Zuordnung nicht. Was eine Hülle abträgt, ist die Körnung, also Asphalt, Beton und Asche. Kunstrasen gehört nur halb dazu, denn dort arbeitet sich das Granulat in die Naht und scheuert von innen, und dagegen hilft keine Außenhaut. Umgekehrt hat der Ball, der wirklich für die Straße gemacht ist, oft gar kein TPU, sondern PVC oder Gummi.
Was übrig bleibt, wenn man das Polymer beiseitelegt, sind zwei andere Angaben: die Dicke der Außenschicht und die Bauart der Naht. Ein weicher Markenball ist eine dünne Haut über einer dicken Schaumschicht. Auf Asphalt gibt der Schaum nach und das Laminat löst sich, obwohl das Material an sich das haltbarere ist. Bei genähten Bällen scheuert zuerst der freiliegende Faden durch. Die Hartplatzbälle des Marktes passen dazu: Sie setzen auf eine dickere Außenschicht, aus PU oder aus PVC, also auf die Dicke.
Für kleine Kinder dreht sich das Kaufargument dann noch einmal um. „Hochwertig“ heißt im Ballmarkt formstabil unter Schuss, und das ist ein harter, praller Ball. Für die G- und die F-Jugend ist er die schlechtere Wahl, obwohl er in der Preisliste oben steht. Der Ball, der ewig hält, ist hier nicht der bessere, sondern der, der das kostet, wofür man ihn gekauft hat. Die weiche Hülle geht schneller kaputt, und in den Jahren, in denen es aufs Ballgefühl ankommt, ist das der richtige Tausch.
Die Kehrseite gehört dazu. Ein weicher Ball hat auf Asphalt und am Garagentor nichts verloren, dort löst sich die Oberhaut nach wenigen Wochen. Wer beides braucht, den Platz und den Hof, braucht zwei Bälle.

Und die Hülle ist nur eine Angabe von mehreren. Was im Alltag am meisten stört, der Luftverlust und die Eierform, hängt an der Blase und am Unterbau darunter. Dazu sagt das Kürzel auf der Packung gar nichts.
Offen, Quelle: Wie schnell welche Hülle abreibt, ist hier nicht belegt. Belastbar wäre der genormte Abriebtest für beschichtete Gewebe (Taber, ASTM D3389). Nach der Norm verliert Polyurethan weniger Material als PVC, was der verbreiteten Regel widerspricht, PU halte auf Asphalt schlechter. Die Fundstelle samt Abfragedatum fehlt noch. Zu dieser Frage schreiben fast nur Hersteller und Händler, und die sind als Quelle ausgeschlossen.
Offen, Prüfung: Dass Dicke der Außenschicht und Bauart der Naht mehr entscheiden als das Polymer, ist eine Vermutung und kein Befund. Ebenso die Staffelung PVC, TPU, PU als Preisreihe: Sie stammt aus dem Durchsehen von Sortimenten und nicht aus einer Zählung.
Arbeitsdefinition. Dieser Begriff ist noch nicht gegen die Ordnungen von DFB und Landesverband geprüft.