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Kinderfußball.de

Derbystar

auch Derby Star, Brillant, APS

Ein Ballhersteller aus Goch am Niederrhein, seit 1991 Teil der dänischen Select Sport A/S. Im Nachwuchs über die Landesverbände weit verbreitet, bis 2025/26 kam auch der Bundesliga-Spielball von dieser Marke.

Wenn im Verein jemand sagt „bring den Derbystar mit“, ist selten die Marke gemeint und meistens der gute Ball, der nicht der harte Supermarktball aus dem Netz ist. Dahinter steht die Derbystar Sportartikelfabrik GmbH aus Goch am Niederrhein. Die ersten Bälle entstanden dort 1963 in einer Lederfabrik, neben Reitsätteln und Gamaschen; den Namen borgte man sich vom Derby aus Pferde- und Fußballsport. Seit 1991 gehört das Unternehmen zur dänischen Select Sport A/S.

In der Bundesliga taucht die Marke seit 1970/71 auf, zunächst über Vereinbarungen mit einzelnen Vereinen. In der Saison 1979/80 wurden alle 306 Begegnungen mit ihren Bällen ausgetragen. Danach war lange eine andere Marke am Ball, bis Derbystar von 2018/19 an wieder den Spielball der Bundesliga und der 2. Bundesliga stellte. Damit ist seit diesem Sommer Schluss: Seit 2026/27 kommt der Ball beider Ligen von adidas, vereinbart bis 2029/30. Derbystar stellt seither den Ball der 3. Liga, ebenfalls bis 2029/30, dazu den des DFB-Pokals der Männer und der Frauen und den der Futsal-Bundesliga.

Für den Kinderfußball zählt weniger, was in den Profiligen gespielt wird. Der Hersteller führt gut ein Dutzend Landes- und Regionalverbände als Ballpartner, den Hessischen Fußball-Verband darunter, und Vereine bestellen über den Sportfachhandel zu eigenen Konditionen. Auf diesem Weg landen in drei Nachbarvereinen oft dieselben Bälle im Netz.

Weiß-pink-oranger Fußball auf Kunstrasen, aus Hüfthöhe fotografiert. Lesbar sind DERBYSTAR, BUNDESLIGA, Brillant Replica S-Light und das Bundesliga-Zeichen
Ein Brillant Replica S-Light in Größe 3, wie er über die Verbände in den Vereinen landet. Aufgenommen am 31. August 2026.

Auf dem Ball steht mehr als der Markenname, und der Hersteller ordnet das selbst. „APS“ für Advance Performance System kennzeichnet die Wettspielbälle, „TT“ für Team Training den passenden Trainingsball, „AG“ die Bälle für Kunstrasen. Ein „Replica“ ist die Nachbildung eines Spielballs und läuft als Freizeitball. Dazu kommen die Gewichtsstufen, „Light“ für 350 bis 370 Gramm und „S-Light“ für 280 bis 310, wobei das S für Super Light steht. Wie der Ball zusammengefügt wurde, steht als weiteres Kürzel dabei, von „HSB“ für handgenäht bis „THB“ für thermisch verklebt. Und schließlich tragen alle Bälle ein bis drei Sterne für die Qualitätsstufe: Standard, Professional, Professional Premium.

Diese Kürzel sagen, wofür ein Ball gedacht ist und wie er gebaut wurde. Ob er zu einem bestimmten Kind passt, sagen sie nicht. Den Bundesliga Brillant Replica S-Light 290 etwa führt der Hersteller als Jugend-Freizeitball mit SR-Blase und empfiehlt ihn im selben Absatz für E- und F-Jugend sowie Bambini. Solche Altersangaben kommen vom Hersteller und nicht aus einer Ordnung des Verbands, und sie decken sich nicht zwingend mit dem, was im eigenen Landesverband gilt.

Nützlicher als die Kürzel ist die Tabelle, die auf jeder Produktseite steht und zu jeder Variante Umfang, Gewicht und Luftdruck nennt. Für den S-Light 3 stehen dort 60 bis 62 Zentimeter, 280 bis 300 Gramm und 0,5 bis 0,7 bar, für einen Ball in Größe 5 dagegen 0,7 bis 0,9 bar. Der kleine Ball soll also weicher gepumpt werden als der große. Das ist eine Angabe des Herstellers und keine Vorschrift, aber es ist überhaupt eine Zahl, und die findet man zum Kinderball sonst kaum.

Jedes Jahr kommt ein neuer Jahrgang, zu erkennen an Kürzeln wie v24 und v25 im Produktnamen. Sobald die neue Version im Regal steht, fällt die alte im Preis, und das ist für den Kauf die brauchbarste Eigenheit der Marke. Im Shop des Herstellers kostet ein S-Light 290 je nach Reihe 24,99 Euro als Club, 29,99 als Apus und 39,99 als Brillant, der Bundesliga Brillant Replica S-Light v25 aus der Vorsaison dagegen 24 statt 39,99 Euro (Stand: 31.08.2026). Im Sportfachhandel liegen die Vorjahresbälle oft noch deutlich darunter. Beim Aufdruck lohnt seit diesem Sommer zusätzlich der Blick aufs Jahr, denn was „Bundesliga“ im Namen trägt, stammt aus dem alten Vertrag. Fürs Spielen ändert das nichts. Der Aufdruck war nie das Kriterium.

Genäht werden die Bälle in Sialkot in Pakistan. Nach Angaben des Herstellers stammen rund 90 Prozent der handgenähten Bälle der Select-Gruppe von einem einzigen Partnerbetrieb dort, bei über drei Millionen Bällen im Jahr, und bezahlt wird nicht nach Stunden, sondern pro Ball. Ein handgenähter Ball braucht 630 Doppelstiche, 60 Eckstiche und zwei bis drei Stunden. Zusammen mit dem Betrieb läuft ein Programm namens SAHEP: medizinische Versorgung für die Familien, Schulbildung für die Kinder und ein Verbot der Heimarbeit, damit an den Bällen keine Kinder mitnähen. Ein Teil des Sortiments trägt ein Fairtrade-Siegel. Nachgeprüft ist davon nichts, es sind die Angaben des Unternehmens über sich selbst.

Offen, Erfahrung: Zwei Beobachtungen ohne Beleg. Dass der Markenname am Spielfeldrand für den Ball selbst steht, und dass der S-Light 290 im Nachwuchs der Ball ist, der am häufigsten im Netz liegt.

Offen, Quelle: Ob sich zwischen zwei Jahrgängen desselben Modells mehr ändert als der Aufdruck. Aus den Produktangaben geht das nicht hervor, und ohne sie ist der Hinweis auf den Vorjahresball eine Preisbeobachtung und kein Urteil über den Ball.

Zuletzt geprüft am 31. August 2026, Quelle: Impressum, Ball University, Sponsoring- und Produktseiten derbystar.de samt der dort genannten Preise, DFL-Mitteilungen vom 24.04.2017 und 13.03.2025, DFB-Mitteilung vom 24.10.2025, abgefragt am 31.08.2026. Landesverbände weichen in einzelnen Punkten ab. Im Zweifel gilt die Ordnung deines Verbands.

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