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Training

Kinderfußball für Elterntrainer

Die erste Einheit, vierzehn Kinder, Regeln, der Spieltag und die Eltern: der Einstieg für alle, die gefragt worden sind und zugesagt haben.

84 Min. Lesezeitvon

Gezeichneter Trainingsaufbau von oben: drei unterschiedlich große Felder mit Mini-Toren, Hütchen an den Ecken und bereitgelegten Bällen, kein Mensch darauf

Entwurf. Dieser Text ist geschrieben, aber noch nicht belegt. Überall dort, wo eine Regel, eine Zahl oder eine eigene Erfahrung hingehört, steht ein gestrichelt umrandeter Kasten mit dem Hinweis, was noch zu prüfen ist. Solange auch nur einer davon übrig ist, bleibt noindex gesetzt. Auch das Titelbild ist ein Platzhalter: eine Zeichnung, die die Stelle hält, bis ein eigenes Foto da ist.

Das hier ist mein Leitfaden für Elterntrainer. Hier steht alles drin, was ich gerne auch vorher gewusst hätte, als ich mich entschieden habe, Kindertrainer zu werden. Es ist wieder ein kleines Buch geworden.

Bitte benutzt das Inhaltsverzeichnis als Navigation und nur wenn du wirklich komplett neu bist, dann lies hier einfach von oben nach unten.

01 · Warum machst du das?

„Warum bin ich Kindertrainer und was will ich erreichen?“ Das ist die allerwichtigste Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte.

Meine Erfahrung dazu vorweg: Was hilft, ist nicht die Antwort. Was hilft, ist der Zwang, sie sich selbst gegenüber ehrlich zu geben. Wer das einmal gemacht hat, hat einen Leitstern.

Im Alltag wirst du ihn vermutlich gar nicht so brauchen, Aber immer wenn es knifflig wird und anstrengend, ist es extrem gut zu wissen, was man möchte.

Für mein Kind. Der häufigste Grund und der am seltensten ausgesprochene. Man will dabei sein, man will, dass es gut läuft, und man hat mehr Einfluss darauf als jeder andere Elternteil.

Für die Gruppe. Weil sonst niemand zugesagt hat und vierzehn Kinder sonst nicht spielen. Das ist der Grund, den man beim Elternabend nennt, und oft stimmt er auch.

Für mich. Weil es Spaß macht, weil man selbst gespielt hat, weil man etwas zurückgeben will. Oder weil man gewinnen will. Auch das ist ein Motiv, das es gibt, und es ist nicht das schlechteste, solange man weiß, dass man es hat.

Und jetzt, was bedeutet das in der Praxis? Was sind die Ziele? Was sind deine Leitlinien?

  1. Aufstellung und Einsatzzeiten, sobald ein Spiel kippt. Wer bleibt draußen, wenn es 0:2 steht?
  2. Der Ton bei Rückstand. Ob du lauter wirst, und vor allem: gegenüber wem.
  3. Das eigene Kind. Bekommt es mehr als die anderen oder weniger? Beides kommt vor, beides aus demselben Grund, und beides ist ein Problem.
  4. Wohin der Fehler wandert. Wer nach einer Niederlage als Erstes sagt, die Kinder hätten heute einfach nicht gewollt, hat die Frage dieses Kapitels noch offen. Für den gilt dann der Satz aus Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen).

Was du mit der Antwort machst, ist einfacher, als die Frage klingt. Du musst dein Motiv nicht ändern. Du musst nur wissen, welches es ist, damit du an den vier Stellen oben nachsehen kannst, wenn es eng wird.

Der Elternleitfaden hat dazu einen Satz, der für dich doppelt gilt: Der Ehrgeiz am Spielfeldrand ist häufiger der der Eltern als der des Kindes. Du stehst nur nicht daneben. Du stellst auf.

Es gibt noch eine Lage, die niemand vorher bedenkt: Dein Kind hört auf, und du hast die Mannschaft noch ein halbes Jahr. Das kommt öfter vor, als man denkt, und es ist der Moment, in dem sich zeigt, ob es noch einen zweiten Grund gab. Wer keinen hat, hört im selben Monat auf, und dann stehen dreizehn andere Kinder ohne Training da.

Beantworte die Frage einmal für dich, bevor die Saison anfängt. Nicht schriftlich und nicht feierlich, aber so, dass du die Antwort auch dann noch gelten lässt, wenn sie dir nicht gefällt. Und dann noch einmal im November: Sie stellt sich nach der ersten Niederlagenserie neu, und wie das aussieht, steht in Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer).

Offen, Erfahrung: Patricks eigene Antwort auf die Frage, samt der, die er beim Elternabend genannt hat, falls es zwei verschiedene sind. Und ob sie heute anders ausfällt als in der ersten Saison. Dazu eine Situation, in der sein eigenes Motiv ihn gesteuert hat, ohne dass er es im Moment gemerkt hat. Ohne diese Stelle ist das Kapitel eine Predigt.

02 · Was auf dich zukommt

„Worauf lasse ich mich da ein?“ Auf mehr Stunden, als du denkst, und weniger Können, als du fürchtest.

Das Training selbst ist der kleinere Teil. Dazu kommen die Fahrten, die Vorbereitung, der Spieltag mit An- und Abfahrt und die Nachrichten, die zwischen Dienstag und Samstag beantwortet werden wollen. Der letzte Punkt überrascht fast jeden.

Rechne deine Woche einmal durch, bevor du zusagst. Nicht, um dich abzuschrecken, sondern damit die Zahl aus deinem Kopf auf ein Blatt kommt.

WasWie oftWie langeDeine Stunden
Training auf dem Platz
Aufbauen und Abbauen
Fahrt hin und zurück
Vorbereitung der Einheit
Spieltag samt Fahrt
Nachrichten, Absagen, Organisation
Elternabend, Turnier, Sonstiges

Wie es bei mir aussah. Am Anfang war der Aufwand überschaubar. Ich kam fünf Minuten vor Trainingsbeginn, wir haben gemeinsam mit den Kindern aufgebaut, und die Übungen habe ich mir auf dem Platz ausgedacht. Das ging, aber es gab viel Leerlauf: Kinder, die standen, während ich noch überlegte.

Irgendwann habe ich es umgedreht, damit die Kinder mehr zum Spielen kommen. Ich war eine halbe Stunde vorher da, die ersten Kinder haben mit aufgebaut und danach einfach gekickt, während ich noch Tore, Linien und Hütchen geschleppt habe. Seitdem fängt das Training an, wenn das erste Kind da ist, und nicht, wenn ich pfeife.

Bezahlt wird das mit Zeit. Zweimal Training in der Woche sind mit Auf- und Abbau mindestens zwei Stunden, ein Spieltag noch einmal drei bis vier. Das ist ein Aufwand, und man sollte ihn kennen, bevor man zusagt.

Offen, Erfahrung: Die Stunden einer konkreten Woche, aufgeschlüsselt nach denselben Zeilen wie in der Tabelle. Und die Frage, ob Patrick heute noch einmal zusagen würde.

Was in dieser Rechnung nicht steht und trotzdem zählt: Die ersten vier Wochen sind die teuersten. Du lernst Namen, du suchst Material, du beantwortest jede Frage zum ersten Mal, und du bereitest jede Einheit vor, statt sie zu wiederholen. Danach wird es weniger, und zwar deutlich. Wer im September aufhören will, sollte das im November noch einmal prüfen.

Du musst nicht alles selbst machen

In einer Kindermannschaft gibt es mehr Rollen als die des Trainers: Co-Trainer, Betreuer, Elternvertreter. Wer sich niemanden dazuholt, hört nach einer Saison auf. Das ist keine Vermutung, das ist die häufigste Geschichte im Kinderfußball.

Die Rollen sind schnell erklärt. Der Co-Trainer übernimmt ein Feld, wenn du zwei aufbaust, und er ist der Grund, warum du eine Gruppe überhaupt teilen kannst. Der Betreuer kümmert sich am Spieltag um alles, was nicht das Spiel ist: Pässe, Trikots, Wasser, das Kind, das friert. Der Elternvertreter nimmt dir den Gruppenchat ab und die Frage, wer wen fährt.

Keine dieser Rollen braucht eine Ausbildung, und keine kostet mehr als ein bis zwei Stunden in der Woche. Frag im ersten Elternabend danach und nicht im dritten Monat. Wer im August fragt, bekommt Namen. Wer im November fragt, bekommt Verständnis.

Nach meiner Erfahrung sagen Eltern öfter zu, als man denkt, und meistens nicht aus Pflichtgefühl. Viele wollen näher dran sein, als der Platzrand es hergibt. Wer eine Aufgabe bekommt, steht mittendrin statt daneben. Für manche ist das der eigentliche Grund zuzusagen.

Es gibt noch einen Weg, der selten genutzt wird: mit einer anderen Mannschaft zusammen trainieren, einem älteren oder einem jüngeren Jahrgang. Zwei Trainer auf dem Platz heißt weniger Verantwortung für jeden Einzelnen, und wenn einer ausfällt, fällt nicht das Training aus. Frag beim Nachbarjahrgang, ob sich eine Platzzeit überschneidet.

Die billigste Verbesserung steht in Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) und kostet dich einen Anruf: ein Erwachsener, der zwanzig Minuten früher da ist. Die zweitbilligste steht in Kapitel 14 (Eltern führen): Aufgaben verteilen, bevor sich jemand selbst eine sucht.

Was der Verein stellt

Frag früh und frag konkret. Schlüssel, Platzzeiten, Bälle in der richtigen Größe, Leibchen, Mini-Tore, Hütchen, Erste-Hilfe-Tasche, Trikots. Dazu zwei Fragen, die niemand von selbst beantwortet: Wer meldet die Mannschaft, und wer ist im Verein für Kinderschutz zuständig?

Wenn du nach diesen Dingen nicht fragst, bekommst du sie oft trotzdem. Nur eben im November und nicht im August.

Eine Sache klärst du besser schriftlich: die Platzzeiten. Sie sind das Einzige, was dir jemand wieder wegnehmen kann, und eine Nachricht mit Datum ist im Zweifel mehr wert als eine Zusage auf dem Parkplatz.

Und der Satz, der dieses Kapitel trägt: Kindertrainer in Deutschland arbeiten nahezu durchgängig ehrenamtlich, nach der Arbeit, ohne Lizenz. Du bist damit nicht der Notfall. Du bist der Normalfall.

Offen, Quelle: Zahlen zum Ehrenamt im Vereinssport, von DFB oder DOSB, mit Erhebungsjahr. Dieselbe Quelle wie im Elternleitfaden, Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist): einmal recherchieren, zweimal verwenden. Ohne Beleg bleibt es bei „nahezu durchgängig“ ohne Anteil.

03 · Warum die Kinder in der Reihe stehen

„Woran merke ich, dass mein Training nicht gut war?“ Nicht daran, ob es ordentlich aussah.

Zähl nach, wie lange ein einzelnes Kind auf seinen nächsten Ballkontakt gewartet hat. Nimm dir ein Kind heraus, irgendeines, und zähl zehn Minuten lang mit. Das ist die ganze Prüfung, und sie ist unbestechlicher als jedes Gefühl.

Nimm dafür nicht das schnellste Kind und nicht das langsamste, sondern eines aus der Mitte. Wenn es in zehn Minuten seltener am Ball war, als du Finger an einer Hand hast, war die Form falsch. Du musst dafür nichts umbauen und niemanden fragen, und du kannst es an jedem Dienstag machen.

Zwei Fehler stehen fast immer dahinter, und sie treten gemeinsam auf.

Der erste ist Überforderung. Man setzt an, was man aus dem Erwachsenen- oder Jugendfußball kennt, und die Kinder können es nicht. Nicht, weil sie sich nicht anstrengen, sondern weil die Voraussetzung fehlt. Was in diesem Alter dran ist, ist etwas anderes: Koordination, Gleichgewicht, Ballgewöhnung, und viel spielen. Was in welchem Alter genau, steht in Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist).

Woran du Überforderung erkennst, sind drei Dinge. Die Kinder machen etwas anderes als das, was du erklärt hast. Sie machen es kurz richtig und dann nicht mehr. Oder sie machen es richtig, und es sieht trotzdem aus, als hätten sie keinen Spaß daran. In allen drei Fällen ist nicht die Anstrengung das Problem, sondern die Voraussetzung.

Der zweite ist die Warteschlange. Eine Übungsform mit einer Reihe, einem Ball und einem Trainer, der zusieht. Sechzehn Kinder, ein Ball, fünfzehn stehen. Das ist die Form, an die sich fast jeder aus seiner eigenen Kindheit erinnert, und sie ist einer der Gründe, warum Kinder aufhören.

Sie ist außerdem zäh. Fast jeder, der neu anfängt, baut in seiner ersten Einheit mindestens eine, ich auch. Man kommt nicht darauf, weil man faul wäre, sondern weil man dieses eine Bild im Kopf hat und kein zweites daneben.

Zeichnung einer Übungsform von oben: fünfzehn Kinder stehen in einer Reihe, ein sechzehntes dribbelt um ein Hütchen und schießt auf das einzige Tor
Eine Reihe, ein Ball, ein Tor. Fünfzehn Kinder warten, eines spielt.
Zeichnung desselben Platzes von oben: vier kleine Felder, auf jedem spielen zwei gegen zwei auf je vier Mini-Tore, alle sechzehn Kinder sind gleichzeitig im Spiel
Derselbe Platz, dieselben sechzehn Kinder, dieselbe Trainingsabsicht. Kein Kind steht.

Denselben Unterschied rechnet der DFB vor, nur für zwei Spielformen. In der Trainingsphilosophie Deutschland steht eine Tabelle unter der Überschrift „Wiederholungszahlen“, und sie legt eine Einheit mit 32 Minuten Nettospielzeit je Spieler zugrunde. In 3-gegen-3-Varianten kommt ein Kind darin auf 200 Ballaktionen, in 7-gegen-7-Varianten auf 50. Bei den Zweikämpfen stehen 100 gegen 30, bei den Torschüssen 25 gegen 5.

Zwei Einschränkungen gehören in denselben Absatz, sonst trägt die Zahl mehr, als sie kann. Der DFB vergleicht dort zwei Spielformen miteinander und nicht die Reihe mit dem Kleinfeld. Und er nennt für die Tabelle keine Erhebung: 200, 50, 100, 30, 25 und 5 sind glatte Werte, also die Rechnung des Verbands und kein gezähltes Ergebnis. Als Position des DFB ist sie belegt, als Befund nicht.

Achtung, Quellenpflicht: Zu diesen beiden Bildern fehlt weiter die eigene Zahl. Der Wert oben stellt 3 gegen 3 neben 7 gegen 7, hier stehen Reihe und Kleinfeld nebeneinander. Nötig ist eine offengelegte eigene Zählung: Gruppengröße, Zahl der Felder, Dauer, und beide Formen am selben Abend mit derselben Gruppe. Eine geschätzte Zahl ist hier ausgeschlossen.

Die Trainingsabsicht ist in beiden Bildern dieselbe: Die Kinder sollen aufs Tor schießen. In der ersten Fassung stehen sie in einer Reihe, dribbeln einzeln um ein Hütchen und schießen. Es sieht geordnet aus, jeder kommt dran, und wer hinten steht, wartet zwei Minuten auf drei Sekunden.

In der zweiten Fassung stehen vier kleine Felder mit je vier Mini-Toren nebeneinander, und auf jedem spielen zwei gegen zwei. Jedes Kind schießt in zehn Minuten vielfach aufs Tor, dazu kommt alles, was in der ersten Fassung fehlt: ein Gegner, eine Entscheidung, ein Tor, das gehalten werden muss.

Beide Bilder zeigen denselben Platz, dieselbe Gruppe und dieselbe Trainingsabsicht. Der Unterschied ist der Aufbau, und er ist in fünf Minuten gemacht: vier Felder abstecken statt einer Reihe, vier Mini-Tore statt eines großen, ein Ball je Feld statt eines für alle. Warum je Feld vier und nicht zwei, steht in Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe).

Was du mit dem Vergleich machst, ist einfach. Sieh dir dein eigenes Training an und frag dich, ob es eher wie das erste oder wie das zweite Bild aussieht. Wenn du unsicher bist, stell dich einmal dorthin, wo die Eltern stehen, und sieh von dort aus hin.

Warum fast jeder diesen Fehler macht

Nicht aus Dummheit. Eine Reihe sieht nach Training aus. Sie sieht ordentlich aus, sie ist leise, und sie ist am ersten Abend das Einzige, was du kontrollieren kannst. Vier gleichzeitig laufende Kleinfelder sehen nach Chaos aus und sind es nicht.

Genau deshalb steht Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) vor Kapitel 08 (Vierzehn Kinder, ein Platz). Wer die Felder vorher aufbaut, muss während des Trainings nichts mehr ordnen. Wer nichts aufgebaut hat, greift zur Reihe, weil ihm nichts anderes übrig bleibt. Und wer Formen sucht, die ohne Reihe funktionieren, findet zwölf davon in Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe).

Der Satz, auf den dieser Text zurückkommt

Wenn etwas nicht funktioniert, ist die erste Frage nicht, was mit den Kindern los ist, sondern was du aufgebaut hast.

Das ist keine Demutsübung. Es ist die einzige der beiden Fragen, mit der sich etwas anfangen lässt. Die Kinder kannst du nicht ändern, den Aufbau schon.

Und die Gegenkante gehört in denselben Absatz, sonst zermürbt der Satz. Nicht alles ist dein Fehler. Eine Mannschaft in der falschen Leistungsklasse ist keine Trainingsfrage, das steht in Kapitel 12 (Wo deine Mannschaft gemeldet wird). Ein Kind, das aus Gründen außerhalb des Platzes nicht mitmacht, wird nicht von einer besseren Spielform erreicht. Der Satz gilt für das, was auf dem Platz passiert. Dort gilt er fast immer.

Offen, Erfahrung: Ein eigenes Training, das zu schwer angesetzt war, und woran Patrick es gemerkt hat. Dazu die Form, die er am Anfang selbst gemacht hat und heute nicht mehr macht. Ohne diese Szene ist das Kapitel eine Belehrung.

04 · Formales zuerst

„Was muss ich erledigen, bevor ich anfange?“ Drei Dinge, und zwei davon erledigt der Verein mit dir und nicht du allein.

Fang trotzdem selbst damit an. Das erweiterte Führungszeugnis braucht Vorlauf, und der Vorlauf ist der Grund, warum es am ersten Trainingstag oft noch nicht da ist.

Die Reihenfolge: Führungszeugnis zuerst, weil es dauert. Kinderschutz als Zweites, weil du dafür nur ein Gespräch brauchst. Versicherung und Aufsichtspflicht zuletzt, weil dir dort ohnehin jemand antwortet, sobald du fragst.

Das erweiterte Führungszeugnis. Du beantragst es, der Verein braucht die Einsicht, und für die ehrenamtliche Tätigkeit entfällt die Gebühr in der Regel gegen eine Bestätigung des Vereins. Wer genau was anfordert und wie lange es dauert, hängt an deiner Gemeinde und an deinem Landesverband.

Der praktische Ablauf sieht meistens so aus: Du holst dir im Verein die Bestätigung, gehst damit zum Bürgeramt oder beantragst online, und das Zeugnis kommt zu dir nach Hause. Der Verein sieht es ein und notiert, dass er es gesehen hat. Rechne mit mehreren Wochen und fang an dem Tag damit an, an dem du zusagst, nicht in der Woche vor dem ersten Training.

Offen, Quelle: Erweitertes Führungszeugnis für ehrenamtliche Trainer: wer es anfordert, welche Bestätigung der Verein ausstellt, Kosten, Bearbeitungsdauer, Gültigkeitsdauer und in welchem Rhythmus es erneuert wird. Landesverband und Kinderschutzkonzept, mit Abfragedatum. Weicht zwischen den Verbänden ab.

Die Aufsichtspflicht. Sie beginnt nicht mit dem Anpfiff und endet nicht mit dem Abpfiff. Wann genau, sagen die Verbände unterschiedlich: Die Sportjugend Hessen lässt sie mit dem Betreten des Geländes beginnen, der Landessportbund Nordrhein-Westfalen mit dem Moment, den du mit den Eltern vereinbart hast, oder stillschweigend „durch das Aufschließen der Tür zur Sportstätte“, die ARAG „mit dem Kommen der ersten Kinder“. Alle drei laufen auf dieselbe Empfehlung hinaus: fünf bis zehn Minuten vorher da sein, und wer früher kommt, wartet draußen.

Im Gesetz steht dazu weniger, als du vermutest. § 832 BGB regelt, wer haftet, wenn die Aufsicht verletzt wurde. Was Aufsicht inhaltlich heißt und wie weit sie reicht, regelt es nicht. Den Maßstab setzen die Gerichte, und er ist eine Zumutbarkeitsfrage: was verständige Eltern nach vernünftigen Anforderungen in dieser Lage täten. Eine Überwachung „auf Schritt und Tritt“ verlangt der Bundesgerichtshof ausdrücklich nicht, sie sei der Entwicklung des Kindes „eher abträglich“.

Eine Sache solltest du trotzdem wissen, und sie wirkt gegen dich: Die Beweislast liegt bei dir. Fügt ein Kind einem Dritten einen Schaden zu, wird vermutet, dass du die Aufsicht verletzt hast, und du musst das Gegenteil darlegen. Das ist der Grund, warum sich Notizen lohnen.

Der praktische Fall ist nicht das Training, sondern das Kind, das um Viertel nach sieben allein am Tor steht und nicht abgeholt wird. Eine Minutenzahl, ab der du gehen darfst, gibt es nicht, und der Verband sagt das auch so: „Es gibt keine generell gültige Lösung.“ Die Kette, die er stattdessen beschreibt: eine zumutbare Zeit warten, dabei die Eltern anrufen, dann das Kind dem Übungsleiter der nächsten Gruppe übergeben und einen Zettel an die Tür hängen, wo es abgeholt werden kann, und wenn auch das nicht hilft, Jugendamt oder Polizei. Was du keinesfalls darfst: es allein stehen lassen.

Damit du anrufen kannst, brauchst du die Nummer. Das klingt banal und ist trotzdem das, was am ersten Abend am häufigsten fehlt: Viele Eltern liefern ab und fahren wieder. Leg deshalb vor der ersten Einheit eine Liste an (Kind, Eltern, zwei Nummern) und hab sie dabei, auf Papier und nicht nur im Telefon. Was sonst noch darauf gehört und wer eine Zweitschrift bekommt, steht in Kapitel 15 (Die Organisation, die du einmal aufsetzt).

Ein Kind vorzeitig nach Hause schicken darfst du nicht, auch nicht aus disziplinarischen Gründen, solange die Eltern nicht schriftlich zugestimmt haben. Eine Altersgrenze dafür hat kein Gericht gezogen; die Verbände formulieren gleitend, je älter das Kind, desto eher.

Die zweite Stelle, an der es praktisch wird, ist die Umkleide. Sie gehört dazu, aber du musst nicht darin stehen: Verlangt ist, dass du unmittelbar erreichbar bist. Die Verhaltensregeln des DFB gehen in dieselbe Richtung und nennen die Ausnahme gleich mit, „es sei denn, die Aufrechterhaltung der Ordnung erfordert dies“. Und wer davon abweicht, spricht es vorher mit einem zweiten Erwachsenen ab.

Die dritte ist der Weg zum Auswärtsspiel. Anders als der Trainingsweg fällt er unter die Aufsichtspflicht, und zwar ab dem vereinbarten Treffpunkt bis zur Rückkehr dorthin. Für alle drei Stellen gilt dasselbe: Klär vorher, was gilt, und sag es beim ersten Elternabend, damit sich später niemand auf etwas beruft, das nie besprochen wurde.

Offen, Quelle: Eine Lücke ist geblieben, und sie ist keine Nachlässigkeit: Wer die Aufsicht führt, während die Kinder in mehreren Elternautos zum Auswärtsspiel fahren, sagt weder eine Verbands- noch eine Gerichtsquelle. Gesucht wurde am 08.09.2026. Die Fundstellen zum Rest dieses Abschnitts stehen in 08-recht/minderjaehrige/helfer-am-spielfeldrand.md.

Der Versicherungsschutz. Über den Landessportbund sind Trainer und Kinder im Vereinsbetrieb grundsätzlich versichert. Interessant ist nicht, was drin ist, sondern was nicht: private Fahrten, Schäden am eigenen Wagen, Veranstaltungen außerhalb des Vereinsrahmens.

Frag außerdem, ob deine eigene Tätigkeit gemeldet ist und ab wann. Bei vielen Vereinen hängt das an einer Meldung beim Verband, und die passiert nicht von selbst, nur weil du dienstags auf dem Platz stehst.

Offen, Quelle: Umfang des Versicherungsschutzes über Verein und Landessportbund, und ausdrücklich die Lücken. Sportversicherung des Landessportbunds, mit Abfragedatum.

Der Kinderschutz. Die meisten Vereine haben einen Verhaltenskodex, eine Ansprechperson und Regeln zur Umkleide. Lass dir beides geben, den Kodex und den Namen, und zwar bevor du ihn brauchst. Aus diesen Vorgaben wird im Alltag Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen).

Der Name ist dabei das Wichtigere. Ein Konzept, das du einmal gelesen hast, hilft dir in dem Moment nicht, in dem ein Kind dir etwas erzählt, mit dem du nicht gerechnet hast. Ein Name und eine Telefonnummer helfen.

Offen, Quelle: Verhaltenskodex und Kinderschutzkonzept des Landesverbands im Original, dazu die Regel zur Umkleide. Die Bezeichnungen weichen ab: „Jugendwart“, „Jugendleiter“ und „Ansprechperson“ meinen nicht überall dasselbe. Dieselbe Quelle wie im Elternleitfaden, Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist).

Und wenn es das alles bei euch nicht gibt? Kleine Vereine haben oft kein Kinderschutzkonzept, keine benannte Ansprechperson und niemanden, der sich um Führungszeugnisse kümmert. Dann fragst du den Jugendleiter, und wenn der es nicht weiß, den Landesverband. Beides ist kein Angriff auf den Verein, sondern eine Frage, die dir jemand beantworten muss, bevor du allein mit vierzehn Kindern dastehst.

Und wenn niemand antwortet: Halt schriftlich fest, dass du gefragt hast. Das ist kein Misstrauen, sondern dieselbe Vorsicht wie bei den Platzzeiten in Kapitel 02 (Was auf dich zukommt).

Und der Notfall. Er gehört in dieses Kapitel, weil er organisatorisch ist und nicht medizinisch. Klär drei Dinge, bevor du sie brauchst: Wo liegt die Erste-Hilfe-Tasche, und ist sie vollständig? Wer im Verein ist während deiner Trainingszeit sonst noch auf dem Gelände? Und hast du für jedes Kind eine Nummer, unter der jemand rangeht?

Die Kontaktliste gehört deshalb auf Papier und nicht nur ins Telefon. Ein leerer Akku ist der häufigste Grund, warum jemand niemanden erreicht. Alles Weitere, also was du bei welcher Verletzung tust, lernst du in einem Erste-Hilfe-Kurs und nicht in einem Leitfaden.

Die Checkliste zum Abhaken steht im Anhang unter A. Sie passt auf eine halbe Seite, und das ist Absicht.

05 · Wonach du trainierst

„Muss ich mir das alles selbst ausdenken?“ Nein.

Es gibt eine ausformulierte Spielphilosophie des Verbands, es gibt sehr viel veröffentlichtes Material dahinter, und beides ist für genau deinen Dienstagabend gemacht und nicht für den Leistungsbereich. Das Problem ist nicht, dass es fehlt. Das Problem ist, dass fast niemand in deiner Lage davon weiß.

Was der Verband inhaltlich sagt

Sie heißt Trainingsphilosophie Deutschland, und der Kern ist immer derselbe Gedanke: kleiner machen, damit mehr passiert. Weniger Kinder je Feld, kürzere Wege, mehr Tore, mehr Entscheidungen. Spielen statt Üben, und Üben nur dort, wo das Spiel es nicht von selbst hergibt.

Der Verband nennt drei verbindliche Qualitätsmerkmale, an denen sich eine Einheit messen lassen muss: Freude, Intensität und Wiederholung. Alle Kinder sollen mit Begeisterung dabei sein, die Nettospielzeit soll hoch sein und ohne Standzeiten auskommen, und besser werden Kinder nur über viele Aktionen. Die drei laufen auf denselben Satz hinaus wie der Absatz darüber.

Zu Intensität nennt der Verband eine Zahl, und sie ist die brauchbarste des Kapitels: mindestens 48 Minuten Nettospielzeit je Woche und je Spieler von der U8 bis zur U16, ab der U17 mindestens 32. Gemeint ist die Zeit, die ein einzelnes Kind tatsächlich im Spiel ist, nicht die Länge der Einheit. Dazu die Empfehlung, mindestens zweimal pro Woche zu trainieren, und zwar auf mehreren Feldern gleichzeitig. Ohne mehrere Felder ist die Zahl nicht zu erreichen, und das ist der Grund, warum Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) aussieht, wie es aussieht.

Dazu gehört ein zweiter Gedanke, der weniger bekannt ist: Kinder sollen möglichst oft in Situationen kommen, in denen sie selbst entscheiden müssen. Nicht ausführen, was jemand ruft, sondern sehen, abwägen, machen. Deshalb sind die Formen klein, deshalb gibt es mehr als ein Tor, und deshalb steht der Trainer daneben und nicht davor.

Was die Philosophie ausdrücklich nicht ist: ein Trainingsplan. Sie sagt dir nicht, was am Dienstag drankommt. Sie sagt, worauf es in einem Alter ankommt und was warten kann, und sie ist deshalb kürzer und gröber, als man erwartet. Wer eine fertige Einheit sucht, findet sie im Material dahinter und nicht in der Philosophie selbst.

Offen, Quelle: Bezeichnung, Qualitätsmerkmale, Nettospielzeiten und Hannes Wolfs Amtsbezeichnung sind belegt und stehen oben, geprüft am Original: Die Fassung vom 14.10.2024 liegt seit dem 07.09.2026 in redaktion/quellen/. Offen bleibt nur noch der Geltungsbeginn. Die Schrift argumentiert aus dem Sommer 2024 heraus und nennt kein Datum, ab dem die Trainingsphilosophie gilt. Möglicherweise gibt es keinen Beschluss dazu, sondern nur eine Veröffentlichung. Wenn das so ist, gehört genau das in den Text, statt ein Datum zu suchen, das es nicht gibt.

Was hinter der Philosophie an Material steht, ist der eigentliche Gewinn: Sammlungen von Spielformen, Videos, Handreichungen für den Trainingsabend, und das meiste davon kostenlos. Es ist mehr, als eine Person in einer Saison durcharbeitet, und es ist genau für den Fall gemacht, in dem du bist. Was es im Einzelnen gibt und wo es liegt, steht in Kapitel 16 (Woher du es lernst).

Den Namen nennen wir trotzdem, weil man dann weiß, wonach man sucht: Hannes Wolf, beim DFB Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung, steht als Kopf hinter dieser Ausrichtung. Wer die Quelle selbst lesen will, sucht nach ihm und nach dem Verband, nicht nach Zusammenfassungen.

Und wenn dir eine Stunde am Bildschirm lieber ist als ein PDF: Der DFB hat die Philosophie seit August 2026 als kostenlosen Online-Kurs aufbereitet, sechzehn kurze Kapitel mit Zertifikat am Ende. Was drinsteht und was das Zertifikat wert ist, steht im Artikel dazu.

Warum es das überhaupt gibt

Und hier kommt eine Meinung, die ich als solche kennzeichne: Die Problemanalyse des DFB ist gut. Sowohl für den Leistungsbereich als auch für den Breitensport ist ziemlich präzise benannt worden, was in der deutschen Ausbildung schiefgelaufen ist, und zwar ohne die üblichen Ausflüchte.

Man muss die Schlüsse nicht in jedem Punkt teilen, um von der Analyse zu profitieren. Ich teile sie weitgehend, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass jemand die Arbeit gemacht hat, dass das Ergebnis öffentlich ist und dass es dich nichts kostet. Das ist der Grund, warum die Empfehlungen in Kapitel 16 (Woher du es lernst) überhaupt Gewicht haben.

Und eine Beobachtung, die zum selben Thema gehört: Das Material ist gut, und fast niemand in meiner Umgebung kannte es. Nicht, weil es versteckt wäre, sondern weil niemand danach sucht, der gerade zum ersten Mal vierzehn Kinder vor sich hat. Wer den Weg dorthin nicht gezeigt bekommt, findet ihn selten von allein.

Wie du das Material praktisch benutzt: Nimm dir eine Form heraus, nicht zehn. Bau sie am Dienstag auf, sieh, was passiert, und behalte sie, wenn sie funktioniert hat. Nach zehn Wochen hast du zehn Formen, die du kennst, und das ist mehr wert als eine Sammlung von hundert, die du nie ausprobiert hast.

Was daraus für Dienstag folgt

Vier Sätze, die du dir merken kannst. Sie sind die Kurzfassung von allem, was in diesem Text noch kommt:

  1. Mehr Bälle als Kinder in der Warteschlange. Wenn ein Kind wartet, ist die Form falsch, nicht das Kind.
  2. Kleine Felder, kleine Mannschaften. Zwei gegen zwei und drei gegen drei sind kein Notbehelf für zu wenig Platz, sondern die Form, in der Kinder am meisten lernen.
  3. Spielformen vor Übungsformen. Wer eine Sache üben will, sucht zuerst das Spiel, in dem sie vorkommt.
  4. Du redest weniger, als du glaubst. Was du erklärst, fehlt an Spielzeit.

Wenn du dir nur einen davon merkst, nimm den ersten. Fast jede schlechte Einheit im Kinderfußball lässt sich auf ihn zurückführen, und fast jede gute erfüllt ihn.

Und woran du merkst, dass du danach arbeitest, ohne jemanden zu fragen: Wenn du am Ende einer Einheit ungefähr sagen kannst, wie oft das schwächste Kind am Ball war, arbeitest du danach. Wenn du es nicht sagen kannst, hast du zugesehen.

Wie du deine eigene Einheit dagegen prüfst

Drei Fragen nach dem Training, auf der Rückfahrt beantwortet:

  1. Hat ein Kind länger als eine halbe Minute am Stück gewartet?
  2. Habe ich mehr geredet als in der Woche davor?
  3. Hätte ich zwei Kinder aus der Gruppe nehmen und ihnen etwas anderes geben müssen?

Drei Nein sind eine gute Einheit. Ein Ja ist ein Hinweis auf den nächsten Dienstag, kein Urteil über diesen. Und wenn du bei allen dreien unsicher bist, hast du nicht schlecht trainiert, sondern zugesehen, statt hinzusehen.

Woran Eltern von außen erkennen sollen, dass ihr danach arbeitet, steht in Kapitel 09 des Elternleitfadens. Das ist die Sicht der Leute, die dir am Samstag zusehen, und sie zu kennen hilft am Elternabend.

Offen, Erfahrung: Wann Patrick zum ersten Mal von der Spielphilosophie gehört hat, und ob es über den Verein kam oder ob er selbst darauf gestoßen ist. Das ist der Beleg für die These, dass das Material die Zielgruppe nicht erreicht.

06 · Die erste Trainingseinheit

„Was mache ich am Dienstag?“ Das hier, von der ersten bis zur letzten Minute.

Der Ablauf ist für sechzig Minuten gerechnet, für zwölf bis sechzehn Kinder einer F-Jugend und für einen halben Platz. Er kommt ohne Übungsform aus, er hat keine einzige Warteschlange, und er funktioniert nur, wenn vorher aufgebaut ist. Warum das so ist, steht in Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen). Was in der G- und in der E-Jugend anders läuft, steht weiter unten in diesem Kapitel und ist kein Detail.

MinuteWas läuftAufbau
vor 0Alles steht. Du begrüßt jedes Kind mit Namen, während es kommtvier Felder, Bälle verteilt
0–5Ankommen: freies Spiel auf den Feldern, wer da ist, spieltBälle liegen schon drauf
5–10Der Kreis: Namen, drei Sätze, die RegelnKinder im Halbkreis, du mit Blick zum Platz
10–20Fangspiel mit Ball, alle gleichzeitigFeld eins und zwei zusammen
20–35Zwei gegen zwei auf vier Tore, laufender Wechselvier Felder, alle vier belegt
35–38Trinken. Du sagst nichts LangesFlaschen stehen am Rand
38–53Drei gegen drei auf vier Tore, Felder nach Stärke besetztzwei größere Felder
53–56Abschluss: ein Spiel, in dem jedes Kind schießtein Feld, alle Tore
56–58Aufräumen. Alle, nicht die Schnellstenjedes Kind trägt etwas
58–60Kreis, ein Satz, Verabschiedung mit Namennichts

Warum der Ablauf so aussieht: Die ersten fünf Minuten kosten dich nichts und ersparen dir das Einsammeln. Kinder, die ankommen und sofort spielen dürfen, stehen nicht am Zaun und warten auf den Rest. Der Kreis kommt danach, weil eine Ansage vor dem Ankommen niemanden erreicht.

Zwischen Minute 20 und 56 passiert das eigentliche Training, und es besteht aus zwei Formen, nicht aus fünf. Zwei Formen kannst du erklären, aufbauen und laufen lassen. Fünf Formen bedeuten vier Umbauten, und jeder Umbau kostet dich die Gruppe.

Die zwei Minuten fürs Aufräumen sind keine Restzeit. Sie stehen als eigene Zeile im Ablauf, weil sie sonst das sind, was passiert, während die ersten Kinder schon zum Auto gehen und du allein Tore schleppst. Alle tragen etwas, auch das Kind, das nichts aufgebaut hat. Warum das mehr ist als eine Ordnungsfrage, steht in Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen).

Die Materialliste dazu: vier bis acht Mini-Tore, dreißig Hütchen in zwei Farben, ein Ball je Kind plus drei, zwei Sätze Leibchen in unterschiedlichen Farben, eine Pumpe, die Erste-Hilfe-Tasche, die Kontaktliste und eine Uhr, auf die du sehen kannst, ohne das Handy zu suchen.

Wenn dir davon etwas fehlt, fang trotzdem an. Ein Tor sind auch zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten, und damit trägt ein Netz Hütchen die halbe Liste aus Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe). Warum es vier Tore je Feld sein sollen und nicht zwei, steht ebenfalls dort.

Wenn du nur fünfundvierzig Minuten hast, streichst du das Fangspiel und kürzt den Abschluss. Der Block zwischen 20 und 56 bleibt, denn er ist das Training. Was du niemals streichst, sind die ersten fünf Minuten und die letzten vier.

Wenn ihr in die Halle geht, wird alles kleiner und schneller. Weniger Kinder je Feld, kürzere Abschnitte, und die Banden spielen mit. Der Ablauf bleibt derselbe.

Derselbe Abend in der G- und in der E-Jugend

Der Ablauf oben ist eine F-Jugend, und das ist nicht dasselbe wie „Kindertraining“. Zwischen einem Fünfjährigen und einem Zehnjährigen liegt mehr als bei jedem anderen Sprung, den du als Trainer je machen wirst. Nicht nur in der Länge, sondern darin, was ein Abend überhaupt sein kann.

G-JugendF-Jugend (oben)E-Jugend
Länge40 Minuten, und du hörst früher auf60 Minuten75 Minuten
Längster Block am Stück8 Minuten1520
Ansage am Stück30 Sekunden1 Minute2 Minuten
Felderso viele wie möglich, so klein wie möglichvier, dann zweizwei bis drei, größer
Mannschaftenwechseln in jedem Blockwechseln zwischen den Blöckenkönnen einen Abend halten
Was du weglässtalles Erklärtedie zweite Regelnichts
Was dazukommtnichtsnichtsdas Herausspielen aus Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist)

Die G-Jugend ist der Fall, der am meisten schiefgeht, weil er am harmlosesten aussieht. Wer den Sechzig-Minuten-Ablauf mit Fünfjährigen fährt, verliert sie ab Minute vierzig vollständig, und zwar nicht ein bisschen, sondern alle auf einmal. Die letzten zwanzig Minuten sind dann kein Training mehr, sondern Aufsicht. Plan von vornherein kürzer und hör auf, solange sie noch wollen. Das ist derselbe Satz wie in Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist), hier mit einer Uhrzeit dahinter.

Die E-Jugend geht in die andere Richtung: Sie hält längere Blöcke aus, sie erträgt eine zweiminütige Ansage, und sie langweilt sich in Feldern, die für die F gebaut sind. Der einzige inhaltliche Zuwachs, den ich empfehle, ist das Herausspielen von hinten. Alles andere, was in diesem Alter gern dazukommt, kommt zu früh.

Offen, Erfahrung: Die Zahlen in dieser Tabelle stammen aus Patricks eigenem Training und sind keine Vorgaben. Erforderlich: aus welchen Altersstufen und über wie viele Saisons, und die Stelle, an der Patrick die G-Jugend zum ersten Mal zu lang geplant hat.

Was du in den ersten fünf Minuten sagst

Wer noch nie vor vierzehn Kindern gestanden hat, braucht keine Prinzipien, sondern Sätze. Diese hier kannst du vorlesen, und beim dritten Mal brauchst du sie nicht mehr.

„Hallo zusammen. Ich bin Patrick, ich bin ab heute euer Trainer. Ich kenne noch nicht alle Namen, deshalb sagt ihr sie mir gleich alle einmal.

Bei uns gibt es drei Regeln. Erstens: Wenn ich in die Hände klatsche, kommt ihr her. Zweitens: Wir hören auf, wenn jemand hinfällt, bis er wieder steht. Drittens: Ausgelacht wird hier niemand.

Wenn einer von euch gegen eine dieser Regeln verstößt, passiert nichts Schlimmes, aber es passiert etwas. Was, das zeige ich euch, wenn es zum ersten Mal so weit ist.

Und jetzt spielen wir.“

Das war es. Nicht mehr reden. Der ganze Rest der Regeln, die Abstufung und der Grund dahinter stehen in Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen), und sie werden am ersten Abend eingeführt oder gar nicht.

Was schiefgeht, und was du dann tust

Ein Kind weint. Meistens, weil ein Elternteil weg ist oder weil ihm etwas wehtut, das man nicht sieht. Du gehst hin, gehst in die Hocke, fragst kurz, und dann lässt du es zusehen, ohne es zu überreden. Die meisten sind nach vier Minuten wieder dabei.

Ein Kind macht nicht mit. Nicht verhandeln. Ein Satz („Du kannst zugucken, komm dazu, wenn du willst“), und dann kümmerst du dich um die anderen. Nichts zieht ein Kind schneller ins Spiel als ein Trainer, der nicht darauf wartet.

Der Ball ist im Gebüsch. Deshalb liegen drei zusätzliche bereit. Kein Kind holt ihn während des Spiels, sonst stehen sechs am Zaun.

Zwei müssen aufs Klo, sobald du erklärst. Das ist keine Provokation, das ist ein Hinweis: Deine Ansage war zu lang. Wie lang zu lang ist, steht in Kapitel 08 (Vierzehn Kinder, ein Platz).

Es sind achtzehn statt vierzehn Kinder. Kommt vor, besonders in der ersten Woche. Dann wird nicht das Programm geändert, sondern ein Feld dazugestellt. Deshalb liegen die Hütchen bereit und nicht im Netz.

Und drei Dinge, die du in der ersten Einheit nicht machst: keine Leistungstests, keine Einteilung in feste Mannschaften, keine Ansage darüber, wie ihr in dieser Saison spielen wollt. Alles drei ist richtig und alles drei kommt zu früh. In der ersten Einheit lernst du vierzehn Namen, und die Kinder lernen, dass es Spaß macht wiederzukommen. Mehr ist an diesem Abend nicht zu holen.

Ein Elternteil bleibt stehen und coacht mit. Freundlich, sofort, einmal: „Ich mach das schon, guck ruhig zu.“ Wenn du es beim ersten Mal sagst, ist es eine Nebensächlichkeit. Wenn du drei Wochen wartest, ist es ein Konflikt.

Offen, Erfahrung: Patricks eigene erste Einheit. Was er vorbereitet hatte, was davon er tatsächlich gebraucht hat, und was in Minute zehn passiert ist.

Offen, Prüfung: Dieser Ablauf ist noch nicht auf dem Platz gelaufen. Vor der Veröffentlichung wird er einmal vollständig durchgeführt und danach korrigiert. Ein Ablauf mit Minutenangaben, den nie jemand ausprobiert hat, fällt beim ersten Leser auf, der es tut.

07 · Der Platz, bevor die Kinder kommen

„Warum wird es jedes Mal Chaos?“ Weil du während des Trainings organisierst, was du davor hättest aufbauen können.

Das ist der praktischste Satz in diesem Text und der einzige, der ohne jede Ausnahme gilt. Tore stellen, Felder abstecken, Hütchen setzen, Bälle verteilen, Leibchen bereitlegen: Wer das macht, während vierzehn Kinder auf dem Platz stehen, verliert die Gruppe. Nicht ein bisschen, sondern ganz.

Teil 1: Aufbauen, bevor das erste Kind da ist

Bau so auf, dass der Aufbau die ganze Einheit stehen bleibt. Nicht für jede Form neu, sondern einmal, und danach werden nur noch die Leibchen getauscht. Das ist der Unterschied zwischen einer Einheit mit vier Umbaupausen und einer, die durchläuft.

Was du so aufbaust, dass es stehen bleibt, sind die Felder, nicht die Formen. Vier gleich große Felder mit Hütchen an den Ecken tragen drei verschiedene Spielformen, wenn du nur die Tore versetzt und die Leibchen tauschst. Wer für jede Form neu absteckt, baut in einer Einheit dreimal auf und trainiert einmal.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat: zuerst die Tore, weil sie am schwersten sind. Dann die Felder abstecken. Dann die Bälle verteilen, und zwar auf die Felder und nicht in einen Haufen an der Mittellinie. Leibchen zuletzt, in zwei Stapeln bereitgelegt und nicht im Netz.

Ein Satz zum Abbauen, weil er oft vergessen wird: Die Kinder helfen. Sie machen es langsamer als du, sie machen es gern, und es ist die einzige Stelle im Training, an der Aufräumen etwas Gutes ist.

Der Preis dafür sind zwanzig Minuten vorher, und die bekommst du nicht geschenkt. Sie sind der Grund, einen Co-Trainer oder einen Elternteil zwanzig Minuten früher zu bestellen. Das ist die billigste Verbesserung im ganzen Leitfaden: ein Anruf, und dein Training fängt pünktlich an.

Und wenn niemand hilft, weil niemand da ist: Bau weniger auf, aber bau es vorher auf. Zwei Felder, die stehen, wenn das erste Kind kommt, sind besser als vier, die während der ersten zehn Minuten entstehen. Die häufigste Fehlentscheidung an dieser Stelle ist, am Programm festzuhalten und den Aufbau nach hinten zu schieben.

Offen, Erfahrung: Die Zahlen des Aufbaus bei Patrick: wie viele Minuten vorher, wie viele Tore, wie viele Felder, ob jemand hilft. Und das eine Training, an dem er nicht vorher aufgebaut hat.

Der zweite Nutzen der zwanzig Minuten wird selten genannt und ist fast so groß wie der erste: Du stehst da, wenn die Eltern kommen. Das sind die Gespräche, die dir den Elternabend leichter machen, und sie finden statt, weil du Zeit hast und nicht weil jemand einen Termin gemacht hat.

Dazu kommt, dass du siehst, in welcher Verfassung die Kinder ankommen. Wer nach der Schule schon neben sich steht, braucht heute keine neue Form, sondern eine, die er kennt. Das merkst du in den zwanzig Minuten vorher und nicht in Minute fünfzehn.

Teil 2: Wer spielt in welchem Feld

Kindermannschaften sind selten homogen, und je jünger sie sind, desto weniger. In einer F-Jugend liegen zwischen dem stärksten und dem schwächsten Kind manchmal zwei Jahre Entwicklung. Wer alle in derselben Form spielen lässt, verliert beide Enden: Die einen kommen nicht an den Ball, die anderen langweilen sich.

Der Weg dahin ist eine Aufbauentscheidung und keine Trainingsentscheidung. Deshalb steht er hier und nicht in Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe).

Zeichnung eines halben Platzes von oben: drei unterschiedlich große Felder nebeneinander, das linke klein mit zwei Mini-Toren für eins gegen eins, das mittlere und das rechte größer mit je vier Mini-Toren
Ein Platz, drei Felder, drei Größen. Die Einteilung entsteht beim Aufbauen und nicht im Kopf des Trainers während des Spiels.
  • Die schwächeren Kinder spielen in kleineren Formen, also eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Mehr Ballkontakte, weniger Situationen, in denen der Ball an ihnen vorbeiläuft.
  • Die stärkeren Kinder spielen drei gegen drei, weil dort die Entscheidungen dazukommen, die sie brauchen: Wohin ohne Ball, welches der beiden Tore, abgeben oder ziehen.
  • Beides gleichzeitig auf getrennten Feldern, nicht nacheinander. Nacheinander heißt, dass eine Hälfte der Mannschaft zusieht, und dann bist du wieder bei Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen).
  • Die Felder wechseln. Nicht jedes Mal, aber oft genug, dass keine feste Rangliste entsteht.

Das ist keine Marotte, sondern die Empfehlung des Verbands. In der Trainingsphilosophie Deutschland steht, die Felder seien nach Entwicklungsstand einzuteilen und nicht nach Jahrgang, weil die Leistungsunterschiede im Basisfußball oft sehr groß sind. Der DFB benennt die beiden Enden sogar, Gold und Bronze, und schreibt dazu, worum es dabei geht: die Spitze fördern, ohne die auszuschließen, die noch nicht so weit sind. Ab der Pubertät kommt ein zweiter Grund hinzu, den man am Platz sieht, ohne ihn zu kennen. Das biologische Alter kann vom kalendarischen um bis zu fünf Jahre abweichen. Auf getrennten Feldern wird der Frühentwickler nicht unterfordert und der Spätentwickler nicht überfordert.

Wie du einteilst, ohne dass es lange dauert: Du hast nach drei Wochen ein Bild im Kopf, und das reicht. Kein Test, keine Bewertung, keine Liste an der Wand. Wenn du unsicher bist, teil zufällig ein und sieh zu. Nach zehn Minuten weißt du, wer wo besser aufgehoben ist.

Und jetzt der Teil, den man leicht übersieht: Kinder wissen genau, in welchem Feld sie stehen. Sie wissen es vom ersten Abend an, und sie sprechen darüber. Was du dagegen tun kannst, ist wenig, aber es ist nicht nichts.

Sag nicht, wonach du einteilst. Nimm die Einteilung nicht zum Anlass für ein Gespräch. Wechsle Kinder zwischen den Feldern, auch wenn es sportlich nicht nötig ist. Und wenn ein Kind fragt, warum es heute drüben spielt, ist die zutreffende Antwort meistens auch die beste: weil du heute etwas anderes ausprobierst.

Was du den Eltern dazu sagst, wenn sie fragen: dass ihr in verschiedenen Formen spielt, weil verschiedene Kinder verschiedene Formen brauchen, und dass daraus nichts für die Aufstellung am Samstag folgt. Sag es am Elternabend und nicht dann, wenn die erste Mutter danebensteht.

Offen, Erfahrung: Dass nach Entwicklungsstand eingeteilt wird, steht jetzt belegt darüber. Wie Patrick es macht, nicht. Erforderlich: Altersstufe, Gruppengröße, wie viele Felder, welche Formen für welches Ende, wie oft gewechselt wird, wie die Kinder darauf reagiert haben und wie die Eltern. Und was passiert ist, als es das erste Mal nicht funktioniert hat.

08 · Vierzehn Kinder, ein Platz

„Wie behalte ich die Gruppe?“ Indem du kürzer redest, als du glaubst, und mehr Gruppen bildest, als dir lieb ist.

Dieses Kapitel handelt vom Ablauf. Alles zum Umgangston, zu Lob, Tadel und Grenzen steht im nächsten.

Wie viele Kinder ein Erwachsener führen kann, ist keine Geschmacksfrage, und der DFB nennt eine Zahl. In der Trainingsphilosophie Deutschland steht für die Bambini ein Begleiter je vier Kinder und für die F-Junioren einer je sechs Spieler, gegebenenfalls zuzüglich zweier Torhüter. Gemeint sind dort Eltern, die als Spielfeldbegleiter mit ins Training kommen; einen „Fußball-Background“ müssen sie nach derselben Schrift ausdrücklich nicht haben. Bambini heißt in der Ordnung G-Junioren, die Vier gilt also für die jüngste Altersklasse selbst. Für die E-Junioren und darüber nennt die Fassung keine Zahl.

Vierzehn Kinder allein sind über eine ganze Einheit schwer zu halten, und zwar nicht wegen der Disziplin, sondern wegen der Wege: Du kannst nicht gleichzeitig an zwei Feldern stehen. Nach der Zahl oben bräuchte eine F-Jugend dieser Größe drei Erwachsene und eine Bambini-Gruppe vier. Wo du sie herbekommst, steht in Kapitel 14 (Eltern führen). Was sie am Feld dann tun, wer dafür infrage kommt und wie aus zwei Trainern vier Felder werden, steht in Spielfeldbegleiter: was sie tun und wer es machen kann.

Wartezeit ist der Gegner

Das ist die Fortsetzung von Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen), und sie gilt auch dann, wenn du gar nichts falsch machst. Ein Kind, das wartet, sucht sich etwas. Es tritt gegen ein Hütchen, es zieht jemanden am Leibchen, es geht aufs Klo.

Fast jedes Verhalten, das nach Disziplinproblem aussieht, ist eine Antwort auf Leerlauf. Deshalb ist die wirksamste Maßnahme gegen Unruhe kein Ton und kein Blick, sondern ein zweites Feld.

Das Gegenmittel ist banal und ungewohnt: mehr Bälle, mehr Tore, mehr Felder. Nicht mehr Ansagen.

Wie lange du am Stück reden kannst

Kurz. Kürzer, als du meinst. Meine eigene Beobachtung aus dem F-Jugend-Training: Nach etwa dreißig Sekunden schaut das erste Kind weg, nach einer Minute ist ein Drittel woanders, und wer zwei Minuten erklärt, muss danach noch einmal erklären.

Was daraus folgt, ist kein Redeverbot, sondern eine andere Reihenfolge. Zeig die Form, statt sie zu beschreiben. Lass zwei Kinder vormachen, während du zwei Sätze sagst. Und erklär die zweite Hälfte der Regeln erst, wenn die erste läuft.

Offen, Quelle: Wenn es dazu eine sportwissenschaftliche oder verbandliche Angabe mit Jahr gibt, ersetzt sie die Beobachtung oben. Sonst bleibt der Absatz als eigene Beobachtung gekennzeichnet, mit Altersstufe und Gruppengröße.

Offen, Erfahrung: Wie lange eine Ansage bei Patrick tatsächlich dauern darf, bevor die Gruppe weg ist, und woran er es merkt.

Namen

Die wirksamste Einzelmaßnahme im ganzen Kapitel, und sie kostet nichts. Ein Kind, das mit Namen angesprochen wird, verhält sich anders als eines, das „hey, du“ heißt. Es reagiert schneller, es fragt eher nach, und es kommt beim nächsten Mal wieder.

Lern sie in der ersten Woche und nicht über die Saison verteilt. Begrüße jedes Kind einzeln, wenn es kommt, und verabschiede jedes einzeln. Das sind zwei Minuten, und sie sind besser investiert als jede Übung.

Wenn du dir Namen schlecht merkst, hilft ein Vorgehen, das albern wirkt und funktioniert: Sprich in den ersten beiden Wochen jedes Kind bei jeder Ansprache mit Namen an. Nach zwei Wochen sitzen sie. Der zweite Weg ist unbeliebt und wirkt sofort: die Namen aufschreiben und den Zettel mitnehmen.

Die Übergänge

Eine Gruppe geht nicht während des Spielens verloren, sondern zwischen zwei Formen. Genau dort steht sie herum, hört Ansagen und wartet auf dich.

Halte den Übergang auf drei Schritte: Klatschen und alle kommen. Ein Satz, was jetzt läuft. Und sofort anfangen lassen. Wenn zwischen zwei Formen umgebaut werden muss, hast du in Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) etwas falsch gemacht.

Der Übergang, den man leicht vergisst, ist der letzte. Ein Training, das mit „so, das war‘s“ endet, endet nicht, es franst aus. Ein Kreis, ein Satz, Verabschiedung mit Namen, und dann gehen die Kinder zu ihren Eltern statt in vier Richtungen.

Was du stattdessen machst

Die meisten Sätze, die ein Trainer im Kindertraining sagt, lassen sich durch einen Handgriff ersetzen. Diese Tabelle hängt bei mir nicht in der Kabine, aber sie könnte:

Statt zu sagenMachst du
„Ihr müsst euch mehr anbieten“ein Tor mehr aufstellen
„Nicht alle zum Ball“das Feld schmaler und länger machen
„Konzentriert euch“die Form wechseln, die Gruppe ist müde
„Seid mal leise“anfangen lassen, es wird von selbst leise
„Jetzt hört doch mal zu“die Ansage abbrechen und zeigen

Das ist keine Sammlung von Tricks, sondern derselbe Gedanke wie in Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen): Der Aufbau löst mehr als die Ansprache. Und die Kinder merken den Unterschied nicht als Regel, sondern daran, dass es besser läuft.

Regen, Kälte, Dunkelheit, und der Platz ist belegt

Vier Dinge, die im Winter jede Woche vorkommen.

  • Regen: Das Training fällt nicht aus, es wird kürzer und läuft ohne Standzeiten. Die Kinder stört Regen weniger als das Warten im Regen.
  • Kälte: Kein Kreis am Anfang. Erst laufen lassen, dann reden, und die Ansage findet in Bewegung statt.
  • Dunkelheit: Wenn nur ein Teil des Platzes beleuchtet ist, bau alle Felder dorthin und mach sie kleiner. Ein kleines beleuchtetes Feld schlägt ein großes im Halbdunkeln.
  • Der Platz ist belegt: Klär vorher, wem er wann gehört, und halte für den Fall eine Fassung deiner Einheit auf einem Viertel Platz bereit. Sie besteht aus denselben Formen, nur auf kleineren Feldern.

09 · Regeln, Ton und Grenzen

„Wie viel lasse ich durchgehen?“ Mehr, als du denkst.

Aber bei dem, was du nicht durchgehen lässt, entscheidet ein Verfahren und nicht deine Tagesform. Das ist der ganze Inhalt dieses Kapitels, und es ist das, das du im Alltag am häufigsten brauchst.

Teil 1: Der Regelkatalog

Wenige Regeln, vorher bekannt, für alle gleich, mit einer abgestuften Folge. So sieht die Fassung aus, die sich bei mir bewährt hat. Sie hängt bei uns in der Kabine, und sie passt auf eine halbe Seite.

WofürStufeWas passiert
Frech werden, jemanden umtreten, jemanden beleidigen1Ein lila Leibchen anziehen
Noch einmal am selben Abend2Etwas vorsingen
Und noch einmal3Zum nächsten Training einen Kuchen mitbringen

Die drei Stufen sind nicht die Lehre dieses Kapitels. Die Lehre ist, warum es funktioniert:

  • Die Folge steht vorher fest. Du musst im Moment nicht entscheiden, wie ärgerlich du gerade bist. Das nimmt die Tagesform aus der Sache, und die Tagesform ist im Kinderfußball die häufigste Quelle von Ungerechtigkeit.
  • Sie gilt für alle gleich. Auch für dein eigenes Kind. Vor allem für dein eigenes Kind, siehe Kapitel 01 (Warum machst du das?).
  • Keine Stufe beschämt. Sie sind sichtbar, aber komisch statt demütigend. Ein Kind im lila Leibchen ist markiert, nicht bloßgestellt, und dieser Unterschied ist der ganze Punkt.
  • Die letzte Stufe gibt der Gruppe etwas zurück, statt nur etwas wegzunehmen. Nach dem Kuchen ist die Sache erledigt, und zwar für alle sichtbar.
  • Sie ist kurz. Drei Stufen merkt sich ein Sechsjähriger. Sieben Regeln merkt sich niemand.

Was ausdrücklich nicht in den Katalog gehört: alles Sportliche. Kein Kind zieht ein Leibchen an, weil es einen Ball verloren, einen Pass verschlagen oder ein Tor nicht verhindert hat. Ein Katalog, der Fehler bestraft, macht Kinder vorsichtig, und vorsichtige Kinder werden nicht besser. Er gilt für Verhalten und nur dafür.

Wie du ihn einführst: am ersten Abend, in zwei Sätzen, ohne Drohung. Und beim ersten Mal, wenn er greift, machst du es freundlich und schnell. Das Kind zieht das Leibchen an, spielt weiter, und nach zehn Minuten redet niemand mehr darüber. Genau so soll es sein.

Und die Grenze, die ausdrücklich dabeisteht: Ein Regelkatalog ist für den Alltag und nicht für den Ausnahmefall. Bei Wiederholung, bei etwas Ernstem oder wenn ein Kind ein anderes systematisch trifft, reden die Eltern mit und der Verein weiß Bescheid. Ein lila Leibchen ist dann die falsche Antwort.

Offen, Quelle: Wo eine Alltagssache aufhört und der Kinderschutz anfängt: Zuständigkeiten, Ansprechperson, Meldewege. Kinderschutzkonzept des DFB und des Landesverbands, mit Abfragedatum. Die Bezeichnungen weichen ab. Dieselbe Quelle wie in Kapitel 04 (Formales zuerst).

Offen, Erfahrung: Der Regelkatalog ist Patricks eigene Praxis und wird als solche gekennzeichnet. Erforderlich: seit wann, in welcher Altersstufe, wie eingeführt, wie die Kinder reagiert haben, wie oft Stufe 3 tatsächlich vorkommt, ob ein Elternteil sich je daran gestoßen hat. Und die Fälle, in denen er nicht gereicht hat, samt dem, was dann passiert ist.

Teil 2: Die drei Regler

Loben. Häufiger, als sich richtig anfühlt. Und ohne „aber“: Ein Lob, das mit „aber“ weitergeht, ist ein Tadel mit Anlauf, und die Kinder hören nur den zweiten Teil. Wenn dir etwas auffällt, das du korrigieren willst, sag es später und getrennt.

Und lob nicht nur Tore. Ein Kind, das zurückgelaufen ist, hat mehr getan als eines, das abgestaubt hat, und es weiß genau, ob du das gesehen hast.

Schimpfen. Bevor du laut wirst, hilft fast immer etwas anderes: näher hingehen, den Namen sagen, die Form ändern. Lautstärke wirkt beim ersten Mal und danach nicht mehr. Wo deine eigene Grenze liegt, solltest du kennen, bevor du sie erreichst. Wie Eltern dieselbe Sache von außen sehen, steht in Kapitel 11 des Elternleitfadens, und es ist unangenehm, das zu lesen.

Was fast immer hilft, bevor du lauter wirst: hingehen statt rufen. Aus fünf Metern gesagt kommt derselbe Satz anders an als über den halben Platz, und die anderen dreizehn Kinder müssen ihn nicht mithören.

Erdulden. Der größte der drei Regler und der am meisten unterschätzte. Sechsjährige, die während der Ansage im Gras liegen, sind nicht respektlos. Sie sind sechs.

Erdulden heißt nicht wegsehen. Es heißt, zwischen dem zu unterscheiden, was dich stört, und dem, was schadet. Ein Kind, das während der Ansage Grashalme zupft, stört dich. Ein Kind, das ein anderes auslacht, schadet. Das Erste erduldest du, beim Zweiten gehst du hin.

Die Faustregel, die das Kapitel zusammenhält: Eingreifen bei Gefahr und bei Gemeinheit. Fast alles andere löst du über die Organisation und nicht über die Ansprache. Wenn drei Kinder nicht zuhören, war die Ansage zu lang, und das ist kein Disziplinproblem, sondern ein Aufbauproblem. Es gehört zurück in die Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) und 08 (Vierzehn Kinder, ein Platz).

Das ist der Satz aus Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen) in seiner Disziplinfassung: erst der eigene Aufbau, dann die Kinder.

Offen, Erfahrung: Die eigene Grenze beim Lautwerden, mit der Situation, in der er sie zuletzt überschritten hat. Und ob er selbst schon Sätze gesagt hat, die ein Lob nicht haben stehen lassen.

Und was du nach einem Abend machst, an dem nichts davon geholfen hat: nichts. Nicht am selben Abend entscheiden, nicht in den Chat schreiben, nicht die Regeln ändern. Schreib zwei Zeilen auf, was passiert ist, und sieh es dir am nächsten Tag an. Fast jede Regel, die ein Trainer im Ärger einführt, muss er später wieder abschaffen, und das kostet mehr Autorität als der Abend selbst.

Teil 3: Der Ton am Samstag

Er ist ein anderer als am Dienstag, und das solltest du wissen, bevor es dir passiert. Am Spieltag gibt es ein Ergebnis, es gibt Zuschauer, und beides zieht an dir.

Wer am Samstag jemand anderes wird, hat die Frage aus Kapitel 01 (Warum machst du das?) noch nicht beantwortet. Was konkret passiert und woran du es an dir bemerkst, steht in Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer).

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens gilt der Regelkatalog auch am Spieltag, und zwar unverändert: Wer am Samstag ein anderes Maß anlegt als am Dienstag, hat keinen Katalog, sondern eine Stimmung. Zweitens gilt er auch für dich. Wenn du dich nach dem Spiel bei einem Kind entschuldigen musst, war es dein Fehler und nicht seiner, und dann entschuldigst du dich auch, vor der Gruppe.

10 · Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe

„Ich brauche Übungen.“ Du brauchst Spielformen, und der Unterschied ist keine Wortklauberei.

Eine Übungsform hat eine richtige Lösung, die du vorher kennst. Eine Spielform hat einen Gegner, und deshalb muss das Kind entscheiden. Kinder werden über Entscheidungen besser und nicht über Wiederholungen ohne Widerstand. Der zweite Grund steht in Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen): In einer Spielform stehen weniger Kinder herum, meistens keines.

Vier Tore, nicht zwei

Eine Sache vorweg, weil sie durch alle zwölf Formen geht: Auf einem Feld stehen vier Tore und nicht zwei. Zwei je Mannschaft, in die Grundlinie gesetzt und nach außen versetzt. Das klingt nach einer Feinheit des Aufbaus und ist die Entscheidung, die am meisten am Spiel ändert.

Man sieht es am schnellsten, wenn man von unten anfängt. Bei einem Tor gibt es eine Richtung und einen Punkt, und irgendwann stehen alle davor. Bei zwei Toren gibt es zwei Richtungen, aber je Mannschaft immer noch genau ein Ziel: Das Kind mit Ball muss nicht wählen, es muss nur durch, und das verteidigende Kind muss nur einen Weg zustellen. Bei Neunjährigen kann man das ein Spiel nennen. Bei Fünf- und Sechsjährigen wird ein Pulk daraus, der sich über das Feld schiebt, und in diesem Pulk passiert sehr wenig.

Bei vier Toren hat das Kind mit Ball zwei Ziele, und darin liegt der ganze Unterschied: Ein Verteidiger kann nicht beide decken. Damit steht die erste echte Entscheidung im Spiel, ohne dass jemand das Wort Taktik in den Mund nimmt: Wenn er links steht, geht es rechts. Der Pulk zieht sich auseinander, weil sich die Breite plötzlich lohnt, und die Köpfe gehen hoch, weil zwei Tore im Blick bleiben müssen statt eines.

Es ist dieselbe Anordnung, nach der am Samstag Funino gespielt wird, siehe Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer). Der Abstand zwischen dem Dienstag und dem Samstag sollte so klein wie möglich sein, und das hier ist die billigste Stelle, an der man ihn kleiner macht.

Wann zwei Tore trotzdem richtig sind: in den Formen ohne Tor (Nummer 1 und Nummer 6 unten) ändert sich ohnehin nichts, und bei den Bambini ist die Anordnung gleichgültig, weil dort noch niemand ein Ziel auswählt. Ab der G-Jugend ist sie es nicht mehr.

Und wenn nicht genug Tore da sind, was der Normalfall ist: Zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten sind ein Tor. Es hält keinen Ball auf, und es stört kein Kind. Vier Hütchentore sind besser als zwei richtige. Das ist der Satz, mit dem diese Empfehlung ohne eine einzige Anschaffung umsetzbar ist. Was du an Material trotzdem anstreben solltest, steht in Kapitel 15 (Die Organisation, die du einmal aufsetzt).

Offen, Quelle: Dass die Anordnung mit vier Toren mehr Torabschlüsse, mehr Ballkontakte und mehr Richtungswechsel erzeugt als das Spiel auf zwei Tore. Begleituntersuchungen zur Kinderfußball-Reform beziehungsweise die Funino-Grundlagen, mit Jahr und Abfragedatum. Bis das steht, ist der Abschnitt Erfahrung und kein Befund, und er ist so gekennzeichnet.

Offen, Erfahrung: Die Empfehlung ist Patricks eigene Praxis. Erforderlich: in welcher Altersstufe er umgestellt hat, was in der ersten Einheit danach sichtbar anders war, wie er die Tore stellt (Abstand zur Ecke, Breite), und die Gruppe, bei der es nicht funktioniert hat.

Die zwölf Formen

Zwölf Formen tragen ein ganzes Kinderfußballjahr, und sie kommen mit dem Material aus, das ein normaler Verein hat. Keine Koordinationsleiter, keine Stangenwand, keine Anschaffung.

  1. Alle gegen alle mit Ball (Bambini, G)
  2. Vier Tore, zwei Kinder (G, F)
  3. Vier Tore, drei Kinder (F, E)
  4. Linienfußball (G, F)
  5. Von hinten heraus (F, E, D)
  6. Ballräuber (Bambini, G, F)
  7. Tor mit Zusatzaufgabe (F, E)
  8. Drei kleine Spiele (G, F, E)
  9. Zonenspiel (E, D)
  10. Eins gegen eins, zwei Tore (G, F)
  11. Überzahl im Angriff (F, E, D)
  12. Abschlussspiel auf alles (alle)

Vier davon laufen gleichzeitig in zwei Größen, für sehr unterschiedliche Gruppen: dasselbe Spiel, zwei Felder, zwei Anforderungen, passend zu Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen). Das schwächere Ende spielt in der kleineren Form und kommt öfter an den Ball, das stärkere in der größeren und muss mehr entscheiden. Von außen sieht es aus wie eine Spielform, und genau das soll es.

Nummer 5 ist gesetzt und die wichtigste Form in dieser Liste. Sie ist die Trainingsseite von Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist) und das, was am Samstag den Unterschied macht, siehe Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer). Sie wird als Spielform trainiert und nicht als Übungsform mit Passfolge, weil auf dem Platz ein Gegner steht und keine Hütchenreihe.

Zwei Sätze noch, dann kannst du anfangen. Nimm für eine Einheit zwei Formen, nicht vier: eine zum Ankommen, eine als Hauptteil, und Nummer 12 als Abschluss. Vier Formen bedeuten drei Umbauten, und jeder Umbau kostet dich die Gruppe. Und erklär keine Form länger als eine halbe Minute: Bau sie auf, lass zwei Kinder anfangen, der Rest versteht sie beim Zusehen schneller als beim Zuhören.

Offen, Verweis: Feldgröße, Spieleranzahl, Material, Ablauf, die leichtere und die schwerere Fassung und der eine Punkt, auf den du achtest. Das vollständige Raster zu allen zwölf Formen steht im Artikel „Zwölf Spielformen für das Kindertraining“, zusammen mit den zwölf Feldbildern. Dieses Kapitel sagt, warum du in Spielformen trainierst und wie der Platz dafür aussieht; wie du eine einzelne Form aufbaust und veränderst, steht dort. Briefing: 01-magazin/redaktion/trainer/zwoelf-spielformen.md. Sobald er steht, wird hier verlinkt.

11 · Was in welchem Alter dran ist

„Trainiere ich das Richtige?“ Meistens ja, nur oft zu früh.

Die Reihenfolge ist über alle Altersstufen dieselbe: erst der Körper, dann der Ball, dann das Spiel mit anderen, und ganz zuletzt das, was man Taktik nennt. Übungen stehen hier keine, die stehen in Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe).

StufeSchwerpunktWas schon gehtWas noch nicht
BambiniLaufen, Fangen, Springen, Ball berührenalles, was nach Spiel aussiehtRegeln, Positionen, Mannschaften
G-JugendBallgewöhnung, Koordinationeins gegen eins, kleine SpieleAbspielen als Absicht, Warten auf den Ball
F-JugendDribbeln, Torschuss, erste Entscheidungenzwei gegen zwei, drei gegen dreiPositionen halten, Pressing, Umschalten
E-JugendPassen unter Gegnerdruck, Spiel über die SeitenÜberzahl erkennen, Zonenspielefeste Systeme, Standards
D-JugendZusammenspiel in Gruppen, erstes PositionsspielAufgaben im Raum, Gegenpressing in Ansätzenalles, was auf Erwachsenenfußball hinausläuft

Eine Grenze zieht der DFB dabei ausdrücklich, und sie betrifft die Größe der Spielformen. In der Trainingsphilosophie Deutschland dürfen die Formen bei den Bambini 2 gegen 2 nicht übersteigen, in der F-Jugend höchstens auf 3 plus Torwart gegen 3 plus Torwart wachsen und in der E-Jugend auf 4 plus Torwart gegen 4 plus Torwart. Von der D-Jugend aufwärts bleibt der Rahmen 1 gegen 1 bis 4 gegen 4. Positionsspezifisch wird trainiert, aber erst ab der C-Jugend, und auch dort nur neben dem, was für alle Altersstufen gilt.

Die Tabelle liest sich nach Erfahrung und nicht nach Geburtsjahr. Eine F-Jugend, in der die Hälfte der Kinder erst seit einem halben Jahr spielt, steht in der Zeile darüber. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Beschreibung.

Und wenn deine Gruppe über zwei Zeilen verteilt ist, was der Normalfall ist, trainierst du nicht den Durchschnitt. Du baust zwei Felder auf, siehe Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen), und gibst jedem Ende das, was dransteht. Der Durchschnitt ist die einzige Gruppe, die es auf dem Platz nicht gibt.

Offen, Quelle: Die Höchstgrößen der Spielformen stehen belegt darüber, die Schwerpunktspalte der Tabelle nicht. Dass Koordination und Ballgewöhnung vor der Taktik kommen, sagt die Trainingsphilosophie in dieser Form nicht; sie sagt, nur, dass Positionsspezifik erst ab der C-Jugend dazukommt. Das ist das Ende derselben Aussage und nicht ihr Anfang. Nötig ist dafür das Ausbildungskonzept des DFB in der aktuellen Fassung, mit Abfragedatum.

Bei den Bambini gilt außerdem etwas, das in keiner Zeile steht: Die Einheit ist kürzer, als du planst. Vierzig Minuten sind viel, eine Stunde ist zu lang, und die letzten zehn Minuten sind verloren, egal was du aufbaust. Plan lieber kurz und hör auf, solange die Kinder noch wollen. Dann kommen sie beim nächsten Mal wieder.

Die eine taktische Ausnahme

Von hinten sauber herausspielen. Nicht vor dem eigenen Tor tricksen, sondern den ersten Ball nach außen und dann nach vorn. Das ist die einzige taktische Ansage, die ein Sechsjähriger im Spiel auch umsetzt, und ich halte alles andere in diesem Alter für verschenkte Zeit.

Der zweite Satz, für den ich geradestehe: Torwarttraining mit Sechsjährigen ist verschenkte Zeit. Beide Sätze sind Meinung, beide sind als solche gekennzeichnet, und beide dürfen dir nicht gefallen.

Warum ich beim Torwarttraining so deutlich bin: In dem Alter wechselt ohnehin ständig, wer ins Tor geht. Wer sich mit sechs auf eine Position festlegt, verliert die Jahre, in denen er alles andere gelernt hätte. Wenn ein Kind unbedingt will, lass es. Trainiere es nicht.

Der Grund, warum das Herausspielen hier steht und nicht bei den Übungen: Es verhindert den Ablauf, der in Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer) beschrieben wird, bevor er anfängt. Am Samstag ist es dafür zu spät. Beigebracht wird es dienstags, als Form Nummer 5 aus Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe).

Offen, Erfahrung: Dass das Herausspielen über die Außen bei Patrick über mehrere Jahre G- und F-Jugend die einzige taktische Ansage war, im Training wie vor dem Spiel. Über wie viele Saisons, und was er geantwortet hat, wenn Eltern nach „Taktik“ gefragt haben. Ohne diese Angabe ist die These eine Behauptung, mit ihr ist sie der beste Absatz des Kapitels.

12 · Wo deine Mannschaft gemeldet wird

„Gegen wen spielen wir eigentlich?“ Das ist bereits entschieden worden, und zwar von jemand anderem, wenn du nicht gefragt hast.

In vielen Verbänden gibt es je Altersstufe mehrere Leistungsklassen oder Spielstärken, dazu unterschiedliche Spielformen. Gemeldet wird vor der Saison, oft von der Person, die im Verein Jugendwart oder Staffelleiter ist, und häufig ohne Rücksprache mit dem neuen Trainer. Das ist keine böse Absicht, das ist Routine.

Es ist auch keine Nachlässigkeit. Die Person, die meldet, hat zwölf Mannschaften und eine Frist, und sie meldet, was letztes Jahr gemeldet war. Wenn sich in deiner Mannschaft etwas geändert hat, weiß sie es nur, wenn du es sagst.

Was in eine Meldung überhaupt hineingeht, ist übrigens wenig und schnell gesagt: wie viele Mannschaften euer Verein in dieser Altersstufe stellt, in welcher Stärke sie spielen sollen und wer Ansprechpartner ist. Genau diese drei Angaben sind es, bei denen deine Meinung zählt, und genau danach wird selten gefragt.

Und noch etwas gehört hierher, weil es oft verwechselt wird: In welcher Spielform ihr spielt, also wie viele Kinder auf wie viele Tore, hängt an der Altersstufe und nicht an der Leistungsklasse. Die Klasse sagt, gegen wen ihr spielt. Die Spielform sagt, wie. Wer das durcheinanderbringt, sucht die Lösung an der falschen Stelle.

Was daraus wird, merkst du erst im September. Wenn die Einordnung nicht passt, spielt deine Mannschaft ein halbes Jahr gegen Gegner, die deutlich weiter sind. Für die Kinder ist das kein sportlicher Anreiz, sondern eine Reihe von Samstagen, an denen sie den Ball nicht bekommen. Wie man das übersteht, steht in Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer). Besser ist, man muss es nicht.

Woran du früh merkst, dass es nicht passt: nicht am Ergebnis des ersten Spieltags, sondern daran, wie oft deine Kinder den Ball haben. Zwei deutliche Niederlagen sind normal. Drei Spieltage ohne nennenswerten Ballbesitz sind ein Hinweis. Notier dir das, statt es zu fühlen.

Was du dagegen tust, und zwar früh

Fünf Fragen, und du stellst sie, sobald du zugesagt hast:

  1. Wer meldet unsere Mannschaft, und ist das schon passiert?
  2. Wann ist die Meldefrist?
  3. In welcher Klasse oder Stärke waren wir letzte Saison, und wie ist es ausgegangen?
  4. Welche Angaben braucht die Person von mir, damit sie richtig meldet?
  5. Können wir während der Saison korrigieren, wenn es nicht passt?

Die fünfte ist die wichtigste, weil sie in vielen Verbänden mit Ja beantwortet wird und das kaum jemand weiß. Eine Korrektur nach der Hinrunde ist unangenehm, ein ganzes Jahr in der falschen Klasse ist schlimmer.

Wann du fragst, entscheidet mit. Die Meldung für die Hinrunde passiert im Frühsommer, also zu einer Zeit, in der viele neue Trainer noch gar nicht wissen, dass sie welche sind. Wenn du im August zusagst, ist die Sache oft längst erledigt. Dann fragst du trotzdem, weil du wissen musst, was entschieden wurde, und weil die Frage nach der Korrektur dann die wichtigere wird.

Stell die Fragen freundlich und schriftlich. Die Person, die meldet, macht das ehrenamtlich wie du, und eine Nachricht mit fünf klaren Fragen ist ihr lieber als ein Anruf im Juli.

Offen, Quelle: Leistungsklassen und Spielstärken je Altersstufe: ob es sie gibt, wie sie heißen, wie viele es sind, wie gemeldet wird, welche Fristen gelten und ob eine Korrektur während der Saison möglich ist. Durchführungsbestimmungen und Jugendordnung des jeweiligen Landesverbands, mit Abfragedatum. Das ist der am stärksten abweichende Teil des ganzen Leitfadens. Die Bezeichnungen unterscheiden sich, und in manchen Verbänden gibt es die Einteilung in den jüngsten Jahrgängen gar nicht. Der Text nennt deshalb nur das Muster und schickt zum eigenen Verband.

Und die Gegenrichtung

Zu schwach eingestuft zu sein ist auch kein Gewinn. Eine Mannschaft, die jeden Samstag zweistellig gewinnt, lernt nichts, und der Ton in der Gruppe ändert sich, siehe Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer).

Es geht nicht darum, den bequemsten Platz zu suchen. Es geht um den, an dem die Kinder Spiele haben, die sie mitgestalten können.

Und wenn es bei euch gar keine Wahl gibt, weil in eurer Altersstufe nur eine Staffel gespielt wird: Dann ist dieses Kapitel für dich in fünf Minuten erledigt, und du weißt danach immerhin, dass die Sache erledigt ist. Genau das ist der Nutzen. Was du nicht ändern kannst, sollst du nicht ein halbes Jahr lang für änderbar halten.

Und am Ende geht es nicht um deine Mannschaft, sondern um vierzehn Kinder und ihre Samstage. Sechs Monate sind für dich eine halbe Saison. Für ein Achtjähriges sind sie ein großer Teil der Zeit, die es überhaupt schon Fußball spielt.

Offen, Erfahrung: In welche Klasse Patricks Mannschaft gemeldet war, ob er gefragt worden ist, wie die ersten Spieltage ausgegangen sind und was er beim nächsten Mal anders gemacht hat.

13 · Der Spieltag als Trainer

„Wen stelle ich auf?“ Alle, ungefähr gleich lang, und du schreibst es vorher auf.

Teil 1: Der einzelne Samstag

Der Zettel ist das ganze Verfahren. Vor dem Spiel schreibst du auf, wer wann spielt, und dann hältst du dich daran. Eine Entscheidung, die vor dem Anpfiff getroffen wurde, hält dem Spiel stand. Eine, die du in der vierzigsten Minute triffst, nicht.

So sieht er aus, und mehr ist es nicht. Eine Zeile je Kind, eine Spalte je Spielabschnitt, ein Kreuz, wenn es spielt:

Kind1. Abschnitt2. Abschnitt3. Abschnitt4. Abschnitt

Am Ende zählst du die Kreuze je Zeile. Wenn irgendwo zwei stehen und woanders vier, hast du es gesehen, bevor es ein Elternteil sieht. Und du hast es auf Papier, wenn dich jemand fragt: Das Gespräch über Einsatzzeiten führt man mit einem Zettel in der Hand oder gar nicht.

Den Zettel füllst du am Freitagabend aus, nicht am Samstag auf dem Parkplatz. Am Parkplatz weißt du schon, wer fehlt, und dann wird aus dem Plan eine Aufstellung.

Die Materialliste für den Spieltag steht im Anhang unter A. Was darauf oft fehlt: Pumpe, Ersatztrikot, Handtuch, Müllbeutel, die Kontaktliste auf Papier.

Offen, Quelle: Ob und wo die Verbände Einsatzzeiten vorgeben, wie viel jedes Kind spielen soll und in welchen Spielformen. Durchführungsbestimmungen, mit Abfragedatum. Das wird oft behauptet und selten belegt.

Coaching ohne Ergebnisdruck. In den jüngsten Jahrgängen wird nicht gezählt, und trotzdem stehst du da und willst etwas sagen. Sag Fragen statt Anweisungen: „Wo war noch einer frei?“ statt „nach links“. Fragen beantwortet das Kind selbst, Anweisungen beantwortest du für es, und beim nächsten Mal wartet es wieder auf dich.

Wie ein Spielfest abläuft, weißt du nach dem ersten. Mehrere Felder nebeneinander, kurze Spiele, ständiger Wechsel, kein festgehaltenes Ergebnis. Deine Aufgabe ist Organisation und nicht Coaching: Wer spielt jetzt, wo steht ihr, wann seid ihr dran.

Nachbereitung in fünf Minuten. Auf der Rückfahrt oder abends: drei Zeilen, was war. Wer hat gespielt, was hat funktioniert, was macht ihr am Dienstag. In vier Wochen weißt du es sonst nicht mehr, und dann wird jede Einheit neu erfunden.

Offen, Erfahrung: Ein realer Spieltag mit Uhrzeiten, von der Abfahrt bis zum Zuschließen.

Teil 2: Wenn ihr dauernd verliert

Der Teil, den du im November brauchst.

Prüf zuerst, ob es strukturell ist. Wenn die Mannschaft in der falschen Klasse gemeldet ist, gehört das nach Kapitel 12 (Wo deine Mannschaft gemeldet wird) und ist dort zu lösen. Keine Ansprache gleicht eine falsche Einordnung aus, und der Versuch macht alles schlimmer.

Wenn es nicht strukturell ist, brauchst du etwas anderes als das Ergebnis, um Fortschritt zu sehen. Zähl Dinge, die die Kinder beeinflussen können: wie oft ihr hinten sauber herausgekommen seid, wie viele Kinder in einem Spiel am Ball waren, wie lange ihr nach einem Gegentor gebraucht habt, bis wieder gespielt wurde.

Und sag nicht, das Ergebnis sei egal. Das glaubt niemand, und es entwertet, was die Kinder gerade erlebt haben. In den jüngsten Jahrgängen wird zwar nicht gezählt, aber die Kinder zählen trotzdem mit, und zwar genau.

Was du stattdessen sagst, sind Sätze wie diese: „Das war heute schwer.“ „Ihr seid dreimal hinten rausgekommen, das war letzte Woche keinmal.“ „Nächsten Dienstag machen wir das nochmal.“ Keine Haltung, keine Rede, drei Sätze und dann fahrt ihr nach Hause.

Offen, Quelle: Ab wann die neuen Spielformen verbindlich sind und ob wirklich nirgends gezählt wird. Beschlusslage des DFB und Umsetzungsstand je Landesverband, mit Abfragedatum. Wichtig für diesen Teil, weil der Satz „es wird ohnehin nicht gezählt“ sonst falsch werden kann.

Und das Wichtigste: nicht verkrampfen. Das Wort bleibt leer, wenn nicht danebensteht, was es konkret heißt. Vier Anzeichen, alle von außen sichtbar:

  • Du coachst mehr statt weniger und rufst in Situationen hinein, die du sonst hast laufen lassen.
  • Du wechselst nach Leistung statt nach Plan und merkst es erst auf der Rückfahrt.
  • Die Pausenansprache wird länger, obwohl kürzer besser wäre.
  • Der Ton wird enger, ohne dass du lauter wirst. Das hören Kinder früher als Lautstärke, und es steht in keinem Ratgeber, weil man es sich selbst schlecht ansieht.

Die Kinder merken es sofort, und sie spielen danach schlechter, nicht besser. Verkrampfen ist Fehlersuche bei den Kindern unter Druck: Du wirst enger, weil du insgeheim denkst, die sollten das eigentlich können. Der Satz aus Kapitel 03 (Warum die Kinder in der Reihe stehen) gilt am Samstag genauso wie am Dienstag. Er ist dort nur schwerer.

Die Situation, die den Samstag kippt

Sie hat einen festen Ablauf, jeder kennt sie, und kaum jemand benennt sie:

Die Mannschaft kommt hinten nicht heraus. Der Gegner läuft direkt am Tor an, der Ball geht verloren, das Tor fällt. Anstoß, dasselbe noch einmal. Nach dem vierten oder fünften Mal in Folge ist der Samstag gelaufen: Die Kinder trauen sich nicht mehr an den Ball, an der Linie wird es still oder laut, und irgendwann weint jemand.

Drei Gegenmittel, in dieser Reihenfolge:

  1. Vor dem Spiel mit dem gegnerischen Trainer reden. Ein Satz reicht: „Wir sind gerade nicht so stark. Können wir vereinbaren, dass die Kinder hinten in Ruhe aufbauen dürfen?“ Das klingt nach einer Bitte und ist keine. Kein Kindertrainer will ein 11:0, und die meisten sind froh, dass jemand es anspricht, bevor es passiert.
  2. Biete dasselbe an, wenn du der Stärkere bist. Wer die Absprache nur einfordert und nie anbietet, bekommt sie beim nächsten Mal nicht. Sag deinen Kindern: „Lasst die anderen erst herauskommen.“ Das kostet nichts. Ein Tor aus einem abgefangenen Abstoß bringt deiner Mannschaft nichts bei.
  3. Bring es im Training bei, Form Nummer 5 aus Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe) und die taktische Ausnahme aus Kapitel
  4. Am Samstag ist es dafür zu spät.

Damit schließt sich der Teil: Das ist das eigentliche Gegenmittel gegen das Verkrampfen. Wer diesen Ablauf kennt, ruft in der zwanzigsten Minute nicht lauter, sondern hat vor dem Anpfiff dreißig Sekunden mit dem anderen Trainer geredet. Die Arbeit liegt vor dem Spiel und nicht darin, genau wie bei den Einsatzzeiten oben und beim Regelkatalog in Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen).

Und jetzt die Einschränkung, ohne die der ganze Teil zu bequem wäre. Eine Rückzugsregel gibt es, in Funino steht sie drin. Nur hält sich auf dem Platz kaum jemand daran, und niemand pfeift sie. Ich habe es in meinen Spielen selten erlebt, dass jemand darauf hingewiesen hätte, und noch seltener, dass es etwas geändert hätte. Genau deshalb funktioniert die Absprache unter Trainern besser als der Verweis auf das Regelwerk: Du erinnerst den Kollegen nicht an eine Vorschrift, du einigst dich mit ihm.

Offen, Quelle: Wie die Rückzugsregel genau lautet, in welchen Spielformen sie gilt, ob alle Landesverbände sie übernommen haben und ob es eine Vorgabe zur Durchsetzung gibt. DFB-Vorgaben zu den Spielformen und Durchführungsbestimmungen des Landesverbands, mit Abfragedatum. Dass sie in der Praxis kaum eingehalten wird, ist Beobachtung und bleibt als solche gekennzeichnet: keine Zahl, kein „die meisten“.

Offen, Erfahrung: Wie oft Patrick diese Absprache getroffen hat, wie er sie formuliert, wie die Kollegen reagiert haben, ob sie je jemand abgelehnt hat und was dann passiert ist. Und ob er sie auch angeboten hat, wenn seine Mannschaft die stärkere war.

Offen, Erfahrung: Der Samstag, an dem Patrick selbst verkrampft ist. Woran er es gemerkt hat oder wer ihn darauf angesprochen hat, was er in dem Spiel anders gemacht hat als geplant, und was er beim nächsten Mal vorher aufgeschrieben hat. Diese Stelle ist unangenehm und deshalb die glaubwürdigste im Kapitel.

Und wenn nach dem sechsten verlorenen Samstag die Frage wiederkommt, warum du das eigentlich machst: Das ist die aus Kapitel 01 (Warum machst du das?), und sie stellt sich genau hier neu. Beantworte sie noch einmal, bevor du etwas entscheidest.

Wann du den Eltern etwas sagen musst: bevor sie es untereinander besprechen. Nach der zweiten oder dritten Niederlage in Folge, kurz, im Gruppenchat oder in fünf Minuten nach dem Training. Was du sagst und wie, steht in Kapitel 14 (Eltern führen).

Teil 3: Und wenn ihr dauernd gewinnt

Kürzer, aber es steht hier, weil es sonst nirgends steht.

Kinder lernen wenig in Spielen, die sie nicht fordern. Ein 11:0 ist für beide Mannschaften ein verlorener Samstag, und für deine ist es der schlechtere Handel: Der Gegner hat wenigstens etwas auszuhalten gelernt.

Der Ton in der Mannschaft ändert sich außerdem, und nicht zum Guten. Kinder, die immer gewinnen, fangen an, über die anderen zu reden.

Was du tust: Aufstellung drehen und die Stärkeren hinten spielen lassen. Gegen den älteren Jahrgang trainieren. Und zur nächsten Runde höher melden, zurück zu Kapitel 12 (Wo deine Mannschaft gemeldet wird).

Offen, Erfahrung: Eine echte Serie, in eine der beiden Richtungen. Was sie mit der Mannschaft gemacht hat, was sie mit ihm gemacht hat, was tatsächlich geholfen hat, und was er gesagt hat, als er nichts Gutes mehr zu sagen hatte.

14 · Eltern führen

„Wie kriege ich die Eltern auf meine Seite?“ Indem du ihnen früh eine Aufgabe gibst, bevor sie sich eine suchen.

Eltern, die nichts zu tun haben, beobachten dich. Eltern, die den Fahrdienst machen, beobachten den Fahrdienst. Das ist keine List, das ist Arbeitsteilung, und es ist der Unterschied zwischen einer Saison mit Rückenwind und einer mit Gegenwind.

Der erste Elternabend

Eine Stunde, nicht mehr. Sechs Punkte, in dieser Reihenfolge: Wer du bist. Wie das Training abläuft. Warum nicht gezählt wird. Die Regeln in der Mannschaft. Was du von den Eltern brauchst. Fragen.

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Wenn du mit den Erwartungen an die Eltern anfängst, hast du eine Verhandlung. Wenn du mit dir selbst und mit dem Training anfängst, hast du eine Vorstellung, und die Aufgaben verteilen sich am Ende fast von selbst.

Zum Vorlesen, falls du nicht weißt, wie du anfangen sollst:

„Danke, dass ihr da seid. Ich mache das zum ersten Mal, ich habe keine Lizenz, und ich habe zugesagt, weil sonst niemand zugesagt hat. Ich sage euch heute, wie ich es machen will, und ihr sagt mir, was ihr braucht.

Zwei Dinge vorweg. Erstens: Bei uns spielen alle Kinder ungefähr gleich lang, und ich schreibe das vorher auf. Zweitens: Es gibt bei uns keine Tabelle und keine Ergebnisse, und das ist keine Entscheidung von mir, sondern die Spielform in dieser Altersstufe. Warum das so ist, erkläre ich gleich.

Und dann brauche ich von euch vier Sachen, und ich verteile sie heute Abend.“

Warum nicht gezählt wird, ist der Punkt, an dem der Abend kippen kann. Erklär es einmal ordentlich und lass dich nicht auf eine Debatte ein. Und gib den Eltern etwas in die Hand: Kinderfußball für Eltern beantwortet genau diese Frage und die zwanzig, die danach kommen, aus ihrer Sicht. Ein Link im Gruppenchat spart dir drei Elternabende.

Was du an dieser Stelle nicht tust: dich rechtfertigen. Du hast die Spielform nicht erfunden, du wendest sie an, und die Diskussion darüber gehört zum Verband und nicht zu dir. Ein Satz reicht: „Das ist nicht meine Entscheidung, ich halte sie aber für richtig, und hier steht, warum.“

Den Regelkatalog aus Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen) stellst du an diesem Abend vor, nicht erst dann, wenn das erste Kind mit einem lila Leibchen nach Hause kommt. Eltern, die die Regel kennen, finden sie komisch. Eltern, die sie zum ersten Mal von ihrem Kind hören, finden sie übergriffig.

Aufgaben verteilen

Vier Aufgaben, vier Namen, noch an diesem Abend. Nicht „meldet euch mal“, sondern eine Liste, die herumgeht:

Was du im ersten Monat verschickst, ist überschaubar und erspart dir den Rest der Saison viel: die Terminübersicht der Runde, den Fahrdienstplan, die Treffpunktregel, den Regelkatalog und den Link zum Elternleitfaden. Fünf Nachrichten, oder besser eine mit fünf Anhängen.

Sag dazu, wie viel Zeit jede Aufgabe kostet, Fahrt und Nachrichten eingerechnet. Eine Aufgabe ohne Zeitangabe wird nicht übernommen, weil sich jeder das Schlimmste darunter vorstellt.

Der Gruppenchat braucht Regeln, sonst wird er zur zweiten Halbzeit. Zwei reichen: Absagen bis mittags am Trainingstag, und alles, was nur ein Kind betrifft, geht direkt an dich und nicht in die Gruppe.

Zwei Konflikte, die kommen

Der Vater, der sein Kind im Nachwuchsleistungszentrum sieht. Er fragt nach Fördertraining, nach Sichtung, nach mehr Spielzeit. Die Antwort ist nicht Nein, sondern eine Trennung: Was im Verein möglich ist, besprichst du gern. Was die Aufstellung angeht, gilt für sein Kind dasselbe wie für alle. Sag beides in derselben Minute, sonst hört er nur den zweiten Teil.

Was in diesem Gespräch hilft, ist eine Zahl: wie viele Kinder aus einem Jahrgang tatsächlich in einem Nachwuchsleistungszentrum ankommen. Wenn du sie nicht kennst, sag das. „Ich weiß es nicht“ ist eine bessere Antwort als eine geschätzte.

Die Mutter, die während des Spiels an die Linie kommt. Nicht während des Spiels. Ein Satz reicht: „Ich rede nach dem Spiel mit dir, jetzt geht es nicht.“ Und dann redest du auch wirklich nach dem Spiel, sonst gilt der Satz beim nächsten Mal nichts.

Was für beide Fälle gilt: Ein Gespräch am Spielfeldrand hat Zuschauer, und ein Gespräch mit Zuschauern wird geführt, um zu gewinnen. Fünf Minuten nach dem Abpfiff ist dieselbe Sache ein Gespräch.

Die Fragen, die immer kommen

Bereite drei Antworten vor, dann bist du für den größten Teil des Abends gerüstet. „Warum spielt mein Kind nicht mehr?“ Antwort: der Zettel aus Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer), und den bringst du mit. „Wann fangt ihr an, richtig zu trainieren?“ Antwort: Kapitel 05 (Wonach du trainierst), in zwei Sätzen, ohne Vortrag. „Sollen wir zu Hause was üben?“ Antwort: spielen lassen, und dazu steht etwas im Elternleitfaden.

Auf die vierte Frage kannst du dich nicht vorbereiten, und die kommt auch. Dann ist „Das weiß ich nicht, ich frage nach und melde mich“ eine vollständige Antwort. Sie ist besser als jede, die du dir in dem Moment ausdenkst, und sie kostet dich nichts: Niemand erwartet von einem Elterntrainer, dass er die Jugendordnung auswendig kann.

Offen, Erfahrung: Patricks eigener erster Elternabend. Was er vorbereitet hatte und was tatsächlich gefragt wurde. Dazu ein Elternteil, das eine Aufgabe übernommen hat, und wie sich das auf die Saison ausgewirkt hat.

15 · Die Organisation, die du einmal aufsetzt

„Wer kümmert sich um den ganzen Kram?“ Du, aber nur einmal.

Kapitel 07 (Der Platz, bevor die Kinder kommen) ist der einzelne Trainingsabend, Kapitel 13 (Der Spieltag als Trainer) der einzelne Spieltag. Hier steht, was du einmal einrichtest und danach jede Woche benutzt. Alles, was einmal aufgeschrieben ist, musst du nicht vierzig Mal entscheiden.

Team

Eine Anwesenheits- und Kontaktliste, auf Papier und nicht nur im Telefon. Wer ist Co-Trainer, wer Betreuer, wer Elternvertreter, und wer springt ein, wenn du ausfällst.

Auf die Kontaktliste gehören je Kind: Name, die Namen der Eltern, zwei Nummern, und ein Feld für das, was du wissen musst, also Asthma, Allergien, eine Brille, die abgenommen wird. Nicht mehr. Der Grund für die zweite Nummer steht in Kapitel 04 (Formales zuerst): Wer sein Kind abliefert und wieder wegfährt, ist im Ernstfall nur erreichbar, wenn du die Nummer hast. Was du nicht brauchst, erhebst du auch nicht, und was du erhebst, zeigst du niemandem außer dem, der einspringt.

Der Gruppenchat mit seinen zwei Regeln aus Kapitel 14 (Eltern führen). Und der Regelkatalog aus Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen) gehört in die Ablage, nicht nur in deinen Kopf: Eine Regel, die man erinnern muss, gilt nur, solange man sie erinnert.

Der Punkt, an dem die meisten scheitern, ist nicht die Liste, sondern ihre Zweitschrift. Wenn nur du sie hast, fällt bei deinem Ausfall alles aus. Gib sie dem Co-Trainer und dem Elternvertreter, und geh sie zweimal im Jahr durch statt bei jeder Änderung.

Training

Die Materialkiste und eine Liste, was drin ist. Wo die Schlüssel liegen und wer noch welche hat. Ein Zettel oder eine Datei, auf der du in zwei Minuten notierst, was ihr gemacht habt. Und ein Plan für den Abend, an dem du selbst ausfällst: Wer übernimmt, was macht er, und wer sagt den Eltern Bescheid.

Der Ausfallplan ist der Teil, den fast niemand vorbereitet, und der Grund, warum Trainings ausfallen, obwohl vierzehn Kinder Zeit hätten. Er besteht aus zwei Namen und einem Satz: Wer springt ein, wer schreibt in den Chat, und was passiert, wenn niemand kann. Ein Training, das ausfällt, ist kein Drama. Eines, das ausfällt, ohne dass es rechtzeitig jemand sagt, ist eines.

Was in die Kiste gehört und selten drin ist: eine Rolle Tape, ein Stift, der auf nassem Papier schreibt, ein Ersatzschlüssel und zwanzig flache Markierungsteller. Die Teller sind der unterschätzteste Gegenstand im Kinderfußball. Sie liegen flach, niemand stolpert darüber, und du baust mit ihnen in zwei Minuten ein Feld.

Zwei Minuten Notiz je Einheit summieren sich über eine Saison auf gut eine Stunde. Dafür weißt du im März, was ihr im Oktober gemacht habt.

Die Notiz kann aus drei Zeilen bestehen: welche Formen, wie viele Kinder, was du beim nächsten Mal anders machst. Mehr braucht niemand, und mehr schreibst du nach acht Wochen ohnehin nicht mehr auf.

Spieltag

Eine Terminübersicht für die ganze Runde statt vierzig Einzelnachrichten. Der Fahrdienst als Plan und nicht als Frage. Eine feste Treffpunktregel („immer 45 Minuten vor Anpfiff“), damit sie nicht jede Woche neu verhandelt wird. Und der Satz, wer die Trikots mitbringt.

Die Terminübersicht hat das beste Verhältnis von Nutzen zu Aufwand in diesem ganzen Kapitel. Eine Tabelle mit Datum, Uhrzeit, Ort, Treffpunkt und Fahrer, einmal für die ganze Runde, ersetzt vierzig Nachrichten und vier Missverständnisse. Wenn sich etwas ändert, änderst du die Tabelle und schickst sie erneut, statt eine Korrektur zu schreiben, die die Hälfte nicht liest.

Die Treffpunktregel ist wichtiger, als sie klingt. Kinder, die zwanzig Minuten vor Anpfiff ankommen, spielen unaufgewärmt und nervös, und du diskutierst es jede Woche neu. Eine feste Regel nimmt dir das ab.

Saison

Ein Grobraster über das Jahr, auf eine Seite: Vorbereitung, Hinrunde, Hallensaison, Rückrunde, Turnierphase. Dazu die Termine, die früh feststehen müssen: Turniere melden, Halle buchen, das eigene Turnier ausrichten.

Das Grobraster beantwortet vor allem eine Frage: Wann musst du etwas tun, das gerade nicht dringend ist? Turniere werden Monate vorher gemeldet, Hallenzeiten früher vergeben, als man denkt, und die Meldung für die nächste Runde fällt in den Juni, also mitten in die Zeit, in der niemand an Fußball denkt.

Trag drei Termine ein, sobald du die Mannschaft übernimmst: die Meldefrist aus Kapitel 12 (Wo deine Mannschaft gemeldet wird), den Termin, an dem in eurem Verein die Hallenzeiten verteilt werden, und einen Abend im Januar, an dem du die Rückrunde einmal durchgehst.

Die Mannschaftskasse gehört nicht auf dein Privatkonto. Das ist kein Misstrauen gegen dich, sondern Selbstschutz: Sobald jemand fragt, wo das Geld ist, willst du eine Antwort haben, die nicht aus deinem Kontoauszug besteht.

Offen, Quelle: Mannschaftskasse: wie sie geführt wird, wer zuständig ist, welches Konto, und wie sie steuerlich behandelt wird. Verband oder Vereinssatzung, mit Abfragedatum. Im Zweifel weglassen und verweisen, statt hier eine Auskunft zu geben.

Was du an Material wirklich brauchst

Die einzige Stelle in diesem Leitfaden mit Kaufbezug, und sie ist bewusst kurz. Das meiste stellt der Verein. Was Trainer trotzdem oft selbst anschaffen, weil es sonst fehlt: eine eigene Pumpe, ein zweiter Satz Leibchen in einer dritten Farbe, zwanzig flache Markierungsteller, eine wasserfeste Mappe für die Listen.

Offen, Quelle: Preise für Trainingsmaterial, als Spanne und immer mit Stand nach Monat und Jahr. Eigene Erhebung. Ohne Datum keine Zahl.

Was du dagegen nicht selbst kaufst: Tore, Bälle und Trikots. Wenn die fehlen, ist das eine Frage an den Verein und keine an dein Konto. Wer anfängt, Vereinsausstattung privat zu ersetzen, hört damit nicht wieder auf.

Die eine Anschaffung, für die sich das Gespräch mit der Abteilungsleitung lohnt, sind Mini-Tore, und zwar mehr als zwei. Vier je Feld sind die Voraussetzung für alles, was in Kapitel 10 (Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe) steht. Bis sie da sind, stellst du Hütchentore und wartest nicht.

Und was du ausdrücklich nicht organisierst: die Fahrgemeinschaften im Einzelnen, die Geburtstagsgeschenke, den Mannschaftsausflug und die Frage, wer beim Sommerfest den Grill macht. Das sind Aufgaben für die Eltern aus Kapitel 14 (Eltern führen). Ein Trainer, der das alles übernimmt, hat am Ende der Saison eine gut organisierte Mannschaft und keine Lust mehr.

Die Ablage, die du einmal anlegst

Sieben Dinge, ein Ordner, auf Papier oder im Telefon:

  • [ ] Kontaktliste mit Notfallnummern
  • [ ] Regelkatalog aus Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen)
  • [ ] Materialliste und Schlüsselübersicht
  • [ ] Terminübersicht der Runde
  • [ ] Fahrdienstplan
  • [ ] Trainingsnotizen
  • [ ] Kassenblatt

Der Test, ob die Ablage taugt, ist einfach: Wenn du morgen ausfällst, kann jemand anderes mit diesen sieben Blättern dein Training übernehmen und deinen Samstag organisieren. Wenn nicht, fehlt eines davon.

Und der Satz, der dieses Kapitel trägt: Die Trainer, die nach zwei Jahren aufhören, scheitern selten am Training. Sie scheitern an dem, was hier steht.

Offen, Erfahrung: Was Patrick tatsächlich aufgeschrieben hat und was er sich jede Woche neu überlegt, samt der Stelle, an der ihn Letzteres eingeholt hat.

16 · Woher du es lernst

„Und wenn ich es richtig machen will?“ Es gibt viel gutes und meistens kostenloses Material, und der schnellste Einstieg kostet seit August 2026 eine Stunde und nichts.

Sechs Gruppen, mehr ist es nicht:

  • Das E-Learning des DFB. Sechzehn kurze Kapitel, rund eine Stunde, kostenlos, ohne Termin und ohne Anmeldefrist. Die unterste Stufe, und seit dem 22. August 2026 gibt es sie überhaupt erst.
  • Das Verbandszertifikat. Online, kurz, für genau deine Lage gemacht.
  • Kurzschulung und Lizenz. Die Stufen darüber, mit Präsenz und mehr Aufwand.
  • Das Material des Verbands. Trainingsformen, Videos, Handreichungen, alles frei zugänglich.
  • Videokanäle. Ungleich in der Qualität, aber die schnellste Art, eine Form zu verstehen.
  • Bücher. Wenige, dafür gute. Sie veralten langsamer als alles andere in dieser Liste.

Was das E-Learning ist, wie eine Lektion abläuft und was das Zertifikat am Ende wert ist, steht im eigenen Artikel dazu. Kurzfassung für hier: Es erklärt dir, wonach in diesem Land trainiert wird, und es sagt dir nicht, was du am Dienstag aufbaust.

Eine Reihenfolge, die sich bewährt hat: das E-Learning zuerst, weil es an einem Abend erledigt ist und dir das Vokabular gibt. Dann das Zertifikat, wenn du dabeibleibst. Danach hospitieren. Die Kurzschulung deines Verbands, wenn sie in der Nähe stattfindet. Und die Lizenz nur dann, wenn du weißt, dass du das länger machst als eine Saison.

Bücher und Videos kommen nebenher und in beliebiger Reihenfolge. Sie ersetzen den ersten Schritt nicht, weil das Problem am Anfang selten Wissen ist, sondern die Frage, was man am Dienstag tut.

Und der eine Rat, der nichts kostet: Zwei Abende beim Nachbarverein zusehen schlagen jedes Video. Ruf an, frag, ob du kommen darfst, und stell dich an die Seite. Fast jeder sagt Ja, und du siehst in zwei Stunden mehr als in zehn Stunden Bildschirm.

Was dich am Anfang wirklich weiterbringt, ist übrigens keine dieser fünf Gruppen, sondern die Kombination aus zweien: eine Quelle, aus der du eine Form nimmst, und ein Abend, an dem du sie ausprobierst. Wissen, das nicht am Dienstag ankommt, ist im Kinderfußball wertlos, und zwar unabhängig davon, wie gut es ist.

Wonach du eine Empfehlung beurteilst, steht ausgeschrieben im Artikel dazu: Wer hat es gemacht, wann zuletzt geprüft, und passt es auf vierzehn Kinder und einen halben Platz. Wir legen diese Kriterien offen, weil eine Empfehlungsliste ohne Kriterium Werbung ist.

Offen, Verweis: Dieses Kapitel hängt am Artikel „Trainerausbildung und Quellen“, und nicht umgekehrt. Der Artikel trägt Kosten, Dauer, Formate, Voraussetzungen und die Prüfkriterien vollständig, wird zweimal im Jahr neu geprüft und muss zum Start stehen, sonst launcht dieser Leitfaden mit einer Lücke. Briefing: 01-magazin/redaktion/trainer/ausbildung-und-quellen.md. Sobald er steht, wird hier verlinkt.

Offen, Erfahrung: Ein Satz dazu, dass Patrick selbst eine Ausbildung gemacht hat und welche. Alles Weitere gehört in den Artikel.

17 · Wo du weiterliest

Drei Wege, je nachdem, was als Nächstes ansteht.

Wenn dir ein Kapitel nicht gereicht hat: Zu den meisten entsteht ein eigener Artikel, der weiter geht als fünf Absätze. Die erste Einheit, der Regelkatalog, die Meldung, der Elternabend, die Spielformen. Sie stehen im Magazin, neueste zuerst.

Wenn du für die Ferien etwas suchst, das die Kinder beschäftigt und dich entlastet, sieh bei den Fußballcamps nach, sortiert nach Ort. Camps werden früh gebucht, meistens im Januar für den Sommer.

Und wenn deine Eltern Fragen haben, die nicht deine sind: Kinderfußball für Eltern. Ihn im Gruppenchat zu teilen ist die wirksamste Minute Elternarbeit in der ganzen Saison.

Und wenn du einem anderen Trainer etwas weitergeben willst, ohne ihm vierzehntausend Wörter zu schicken: Der Regelkatalog aus Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen) passt auf eine halbe Seite, der Ablauf aus Kapitel 06 (Die erste Trainingseinheit) auf eine ganze. Das sind die beiden Teile, die für sich allein stehen.

Zum Schluss der Absatz, der etwas zurückgibt. Du hast gerade eine Mannschaft übernommen, ohne dass dir jemand gesagt hat, wie das geht. In zwei Jahren bist du die Person, die im eigenen Verein jemand anderem sagt, wie es geht. Wenn es so weit ist, erinnere dich daran, was du in der ersten Woche gebraucht hättest, und gib genau das weiter.

Dieser Leitfaden wird zweimal im Jahr durchgegangen, im Juni vor den Meldefristen und im Dezember zur Hallensaison. Wenn dir etwas auffällt, das nicht stimmt, sag es. Korrekturen bleiben hier sichtbar stehen.

Anhang

A · Checklisten

Formales, bevor du anfängst

  • [ ] Erweitertes Führungszeugnis beantragt
  • [ ] Bestätigung des Vereins für die Gebührenbefreiung geholt
  • [ ] Geklärt, wie lange du nach dem Training bleibst und wen du anrufst
  • [ ] Verhaltenskodex gelesen, Ansprechperson für Kinderschutz notiert
  • [ ] Versicherungsschutz erfragt, samt der Lücken
  • [ ] Geklärt, wer die Mannschaft meldet und bis wann

Vor der ersten Einheit

Materialliste Training

  • [ ] 4–8 Mini-Tore (vier je Feld, notfalls Hütchentore)
  • [ ] 30 Hütchen in zwei Farben
  • [ ] ein Ball je Kind, plus drei
  • [ ] zwei Sätze Leibchen in unterschiedlichen Farben
  • [ ] Pumpe
  • [ ] Erste-Hilfe-Tasche
  • [ ] Kontaktliste auf Papier

Materialliste Spieltag

  • [ ] Trikots, vollzählig, plus ein Ersatztrikot
  • [ ] Bälle zum Aufwärmen
  • [ ] Aufstellungszettel mit den Einsatzzeiten, vorher ausgefüllt
  • [ ] Erste-Hilfe-Tasche, Handtuch, Müllbeutel
  • [ ] Wasser für die, die keines dabeihaben
  • [ ] Pässe oder Spielberechtigungen, falls der Verein sie nicht mitbringt
  • [ ] Kontaktliste auf Papier

Elternabend

  • [ ] Sechs Punkte in der Reihenfolge aus Kapitel 14 (Eltern führen)
  • [ ] Vier Aufgaben aufgeschrieben, die heute vergeben werden
  • [ ] Regelkatalog zum Zeigen dabei
  • [ ] Link zum Elternleitfaden vorbereitet
  • [ ] Eine Stunde, und du hörst auch nach einer Stunde auf

Der Regelkatalog als Aushang

Diese halbe Seite hängt in der Kabine, nicht in deinem Kopf.

Bei uns giltWas passiert
Wenn ich klatsche, kommt ihr her
Wir hören auf, wenn jemand hinfällt
Ausgelacht wird hier niemand
Frech werden, umtreten, beleidigenStufe 1: lila Leibchen
Noch einmal am selben AbendStufe 2: etwas vorsingen
Und noch einmalStufe 3: Kuchen zum nächsten Training

B · Die Begriffe

Die Begriffe stehen nicht in diesem Anhang, sondern jeder auf einer eigenen Seite: Fußballwissen von A bis Z. Dort findest du sowohl das, was Eltern brauchen (Spielerpass, Passfreigabe, Funino, Spielfest), als auch das, was nur du brauchst: Staffelleiter, Jugendwart, Leistungsklasse, Rückzugsregel, Kindertrainer-Zertifikat und Hospitieren.

C · Woher das Wissen stammt

Ohne diesen Abschnitt ist der Leitfaden eine Meinung. Und dieser Text sagt Leuten, was sie mit vierzehn Kindern tun sollen: Was hier falsch ist, wird gemacht.

Offen, Quelle: Dieser Anhang hat am 07.09.2026 seine ersten zwei Zeilen bekommen und ist damit nicht mehr leer, aber weit von vollständig entfernt. Er wird während des Recherchierens gefüllt und nicht danach. Je Eintrag gehören hinein: was belegt wurde, die Quelle selbst, das Datum der Abfrage und der Hinweis, wo die Landesverbände abweichen.

Was belegt ist

WasQuelle
Dass ein Kind in 3-gegen-3-Varianten auf 200 Ballaktionen je Einheit kommt und in 7-gegen-7-Varianten auf 50, dazu 100 gegen 30 Zweikämpfe und 25 gegen 5 Torschüsse, bezogen auf 32 Minuten Nettospielzeit je Spieler (03)Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Seite 9, Tabelle „Wiederholungszahlen“, Fassung vom 14.10.2024, abgerufen am 07.09.2026. Die Fassung liegt in redaktion/quellen/. Zwei Einschränkungen stehen im Text mit: Der DFB vergleicht dort zwei Spielformen und nicht Übungsform gegen Spielform, und er nennt für die Tabelle keine Erhebung. Es ist die Position des Verbands, kein gezähltes Ergebnis
Betreuungsschlüssel im Kindertraining: Bambini ein Begleiter je vier Kinder, F-Junioren einer je sechs Spieler, gegebenenfalls zuzüglich zweier Torhüter (08)ebenda, Seite 11. Bambini ist der zweite Name der G-Junioren (§ 5 Nr. 2 g der DFB-Jugendordnung), die Vier gilt also für die jüngste Altersklasse selbst; ab den E-Junioren nennt die Fassung keine Zahl. Am 08.09.2026 berichtigt: Hier stand vorher, für die G-Junioren fehle eine eigene Zahl. Gemeint sind Eltern als Spielfeldbegleiter, nicht ausgebildete Trainer: „Spielfeldbegleiter müssen dabei im neuen Kinderfußball nicht zwingend einen Fußball-Background haben“ (Seite 64)
Die drei Qualitätsmerkmale Freude, Intensität und Wiederholung im Wortlaut, dazu die Mindest-Nettospielzeiten von 48 Minuten je Woche und Spieler für U8 bis U16 und 32 ab U17, bei mindestens zwei Einheiten je Woche (05)ebenda, Seite 8. Der Verband knüpft die Zahl ausdrücklich an das gleichzeitige Training auf mehreren Feldern, sie ist ohne das nicht zu erreichen
Dass die Felder nach Entwicklungsstand einzuteilen sind und nicht nach Jahrgang, mit den Bezeichnungen Gold und Bronze, dazu die Abweichung des biologischen vom kalendarischen Alter um bis zu fünf Jahre (07)ebenda, Seite 11
Höchstgrößen der Spielformen je Altersstufe: Bambini 2 gegen 2, F-Jugend 3 plus Torwart, E-Jugend 4 plus Torwart, D bis A im Rahmen 1 gegen 1 bis 4 gegen 4, Positionsspezifik erst ab der C-Jugend (11)ebenda, Seite 11. Das belegt die Obergrenze, nicht die Schwerpunktspalte der Tabelle in Kapitel 11 (Was in welchem Alter dran ist)

Was noch belegt werden muss

KapitelWas belegt werden muss
02Dass Kindertrainer nahezu durchgängig ehrenamtlich arbeiten
03Ballkontakte je Kind in Reihe gegen Kleinfeld, als eigene Zählung. Der DFB-Wert oben ersetzt sie nicht
03, 11Dass Koordination und Ballgewöhnung vor Taktik kommen. Die Höchstgrößen der Spielformen je Altersstufe stehen oben, die Reihenfolge der Schwerpunkte nicht
04Führungszeugnis: Anforderung, Kosten, Dauer, Gültigkeit
04Aufsichtspflicht: Beginn, Ende, Rechtsgrundlage
04Versicherungsschutz über Verein und Landessportbund, samt Lücken
05Nur noch der Geltungsbeginn. Bezeichnung, Qualitätsmerkmale, Nettospielzeiten und Hannes Wolfs Rolle stehen oben; die Fassung ist vom 14.10.2024 und nennt kein Datum, ab dem die Philosophie gilt
08Wie lange man am Stück erklären kann. Der Betreuungsschlüssel steht oben
09Wo die Alltagssache aufhört und der Kinderschutz anfängt
09Verhaltensregeln und die Regel zur Umkleide
10Feldmaße, Torgrößen, Ballgrößen, Spielerzahlen je Spielform
11Schwerpunkte je Altersstufe
12Leistungsklassen, Meldeverfahren, Fristen, Korrektur während der Saison
13Einsatzzeiten, Wortlaut und Reichweite der Rückzugsregel, Verbindlichkeit der Spielformen
15Mannschaftskasse, und Preise für Trainingsmaterial mit Stand
Anhang BSämtliche Begriffe, jeder einzeln unter Fußballwissen von A bis Z

Was ausdrücklich nicht belegpflichtig ist: Kapitel 01 (Warum machst du das?) und der Regelkatalog in Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen). Beides ist Beobachtung und eigene Praxis und steht als solche im Text. Was dort trotzdem nicht vorkommt, sind erfundene Anteile und Entwicklungspsychologie ohne Quelle. Dasselbe gilt für die Stellen, an denen „ich“ steht: Sie sind als Meinung erkennbar und sollen es sein.

Wo überall die Landesverbände abweichen können: bei den Spielformen und ab wann sie gelten, bei Feldmaßen und Mannschaftsgrößen, bei Leistungsklassen und Meldeverfahren, bei Einsatzzeiten, beim Führungszeugnis und seinen Fristen, bei den Bezeichnungen der Ansprechpersonen im Verein. Das ist keine Nachlässigkeit dieses Textes, das ist der Aufbau des deutschen Fußballs.

Wann zuletzt geprüft wurde: am 7. September 2026, und nur die fünf Zeilen oben. Sie stammen alle aus derselben Fassung. Alles andere steht noch aus. Sobald der Text vollständig belegt ist, wird er zweimal im Jahr durchgegangen, im Juni vor den Meldefristen und im Dezember zur Hallensaison, und hier steht dann, was geprüft wurde und wann.

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