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Vereinsleben

Die Organisation, die du einmal aufsetzt: sieben Blätter

Kontaktliste, Terminübersicht, Ausfallplan, Kassenblatt: sieben Blätter, mit denen morgen jemand anderes dein Training und deinen Samstag übernehmen könnte. Was auf jedes gehört.

9 Min. Lesezeitvon

„Wer kümmert sich um den ganzen Kram?“ Du, aber nur einmal. Alles, was einmal aufgeschrieben ist, musst du nicht vierzig Mal entscheiden.

Damit klar ist, worum es hier geht: Der Platz, bevor die Kinder kommen ist der einzelne Trainingsabend, Der Spieltag als Trainer der einzelne Samstag. Hier steht, was du einmal einrichtest und danach jede Woche benutzt. Sieben Blätter in einem Ordner, auf Papier oder im Telefon.

Das ist die lange Fassung von Kapitel 15 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer. Ich habe das eigentlich alles in WhatsApp: Dort stelle ich die Dienste ein, dort die Spieltage, und dort mache ich auch Abstimmungen. Ob Papier oder Handy, ist mir egal, solange die sieben Blätter da sind und jemand außer mir sie findet.

Der Test für die ganze Ablage

Wenn du morgen ausfällst, kann jemand anderes mit diesen sieben Blättern dein Training übernehmen und deinen Samstag organisieren. Wenn nicht, fehlt eines davon. Der Maßstab sagt dir auch, was nicht in den Ordner gehört: Was nur du verstehst, hilft dem, der einspringt, nicht weiter.

Die sieben sind Kontaktliste, Regelkatalog, Materialliste mit Schlüsselübersicht, Terminübersicht der Runde, Fahrdienstplan, Trainingsnotizen und Kassenblatt. Die Reihenfolge unten ist die, in der du sie brauchst: erst die Leute, dann das Training, dann der Samstag, dann das Jahr.

Team: die Kontaktliste und ihre Zweitschrift

Eine Anwesenheits- und Kontaktliste, auf Papier und nicht nur im Telefon. Wer ist Co-Trainer, wer Betreuer, wer Elternvertreter, und wer springt ein, wenn du ausfällst. So sieht die Vorlage aus:

KindElternNummer 1Nummer 2Was ich wissen muss
Vorname, Nachnamebeide NamenHandyHandy des anderen Elternteils oder der OmaAsthma, Allergie, Brille, die abgenommen wird

Nicht mehr. Der Grund für die zweite Nummer steht bei den Formalien: Wer sein Kind abliefert und wieder wegfährt, ist im Ernstfall nur erreichbar, wenn du die Nummer hast. Was du nicht brauchst, erhebst du auch nicht. Und was du erhebst, zeigst du niemandem außer dem, der einspringt.

Auf dasselbe Blatt oder daneben: der Gruppenchat mit seinen zwei Regeln vom Elternabend, Absagen bis mittags am Trainingstag, und alles, was nur ein Kind betrifft, geht direkt an dich. Und der Regelkatalog gehört in die Ablage und nicht nur in deinen Kopf. Eine Regel, die man erinnern muss, gilt nur, solange man sie erinnert.

Schwieriger als die Liste ist ihre Zweitschrift. Wenn nur du sie hast, fällt bei deinem Ausfall alles aus. Gib sie dem Co-Trainer und dem Elternvertreter, und geh sie zweimal im Jahr durch statt bei jeder Änderung.

Training: Kiste, Schlüssel, Notiz, Ausfallplan

Die Materialkiste und eine Liste, was drin ist. Wo die Schlüssel liegen und wer noch welche hat. Ein Zettel oder eine Datei, auf der du in zwei Minuten notierst, was ihr gemacht habt. Und ein Plan für den Abend, an dem du selbst ausfällst.

Was in die Kiste gehört, steht als Liste bei der ersten Trainingseinheit, und die wiederhole ich hier nicht. Was in die Kiste gehört und selten drin ist: eine Rolle Tape, ein Stift, der auf nassem Papier schreibt, ein Ersatzschlüssel und zwanzig flache Markierungsteller. Die Teller halte ich für den unterschätztesten Gegenstand auf dem Platz. Sie liegen flach, niemand stolpert darüber, und du baust mit ihnen in zwei Minuten ein Feld.

Die Notiz je Einheit hat drei Zeilen:

ZeileWas drinsteht
Formenwelche Spielformen ihr gespielt habt
Kinderwie viele da waren
Nächstes Malwas du anders machst

Mehr braucht niemand, und mehr schreibst du nach acht Wochen ohnehin nicht mehr auf. Zwei Minuten je Einheit summieren sich über eine Saison auf gut eine Stunde. Dafür weißt du im März, was ihr im Oktober gemacht habt.

Der Ausfallplan besteht aus zwei Namen und einem Satz:

Wer übernimmt das TrainingName, Nummer
Wer schreibt in den ChatName, Nummer
Wenn keiner von beiden kannTraining fällt aus, und bis wann das spätestens im Chat steht

Der Ausfallplan ist, glaube ich, das Blatt, das am ehesten fehlt. Und ohne ihn fallen Trainings aus, obwohl vierzehn Kinder Zeit hätten. Ein Training, das ausfällt, ist kein Drama. Eines, das ausfällt, ohne dass es rechtzeitig jemand sagt, ist eines.

Spieltag: die Terminübersicht statt vierzig Nachrichten

Eine Terminübersicht für die ganze Runde. Der Fahrdienst als Plan und nicht als Frage. Eine feste Treffpunktregel, damit sie nicht jede Woche neu verhandelt wird. Und der Satz, wer die Trikots mitbringt. Alle vier passen auf ein Blatt:

DatumUhrzeitOrtTreffpunktFahrerTrikots
Sa., DatumAnpfiffVerein, Adresse des PlatzesUhrzeit, wozwei Namenein Name

Einmal für die ganze Runde ausgefüllt, ersetzt das Blatt vierzig Nachrichten und vier Missverständnisse. Wenn sich etwas ändert, änderst du die Tabelle und schickst sie erneut, statt eine Korrektur zu schreiben, die die Hälfte nicht liest. Von den sieben Blättern macht dieses am wenigsten Arbeit und spart am meisten.

Die Treffpunktregel ist wichtiger, als sie klingt. Zum Beispiel „immer 45 Minuten vor Anpfiff“. Kinder, die zwanzig Minuten vorher ankommen, spielen unaufgewärmt und nervös, und ohne Regel diskutierst du es jede Woche neu.

Die Fahrer trägst du nicht selbst ein. Das ist eine der vier Aufgaben, die du am Elternabend vergibst, und wer den Fahrdienst macht, führt auch den Plan.

Saison: das Grobraster auf eine Seite

Das Raster beantwortet vor allem eine Frage: Wann musst du etwas tun, das gerade nicht dringend ist? Turniere werden Monate vorher gemeldet, Hallenzeiten früher vergeben, als man denkt, und die Meldung für die nächste Runde fällt in den Frühsommer, also mitten in die Zeit, in der niemand an Fußball denkt. Wann genau bei euch, steht beim Verband; wie die Meldung läuft, bei Wo deine Mannschaft gemeldet wird.

PhaseWannWas jetzt fällig ist, obwohl es nicht dringend ist
Vorbereitungdie Wochen vor dem ersten SpieltagElternabend, Kontaktliste, Terminübersicht verschicken, Hallenzeiten anfragen
Hinrundebis zur WinterpauseTurniere für die Halle melden, Kasse einmal abgleichen
Hallensaisondie Winterpauseein Abend im Januar für die Rückrunde, Turniere für den Sommer melden
Rückrundenach der Winterpause bis zum SommerMeldung für die nächste Runde, Material und Trikots durchzählen
Turnierphasedie Wochen vor den Sommerferieneigenes Turnier ausrichten, falls ihr eins habt; Kasse abrechnen

Trag drei Termine ein, sobald du die Mannschaft übernimmst: die Meldefrist, den Termin, an dem in eurem Verein die Hallenzeiten verteilt werden, und einen Abend im Januar, an dem du die Rückrunde einmal durchgehst.

Das Kassenblatt

Die Mannschaftskasse gehört nicht auf dein Privatkonto. Sobald jemand fragt, wo das Geld ist, willst du eine Antwort haben, die nicht aus deinem Kontoauszug besteht.

Das Blatt dazu ist eine Liste mit Datum, wer eingezahlt hat, wofür ausgegeben wurde und was übrig ist. Wer sie führt, ist eine der vier Elternaufgaben. Wie die Kasse in eurem Verein geführt werden darf, auf welches Konto sie gehört und was steuerlich gilt, steht in der Vereinssatzung oder beim Landesverband. Dazu gebe ich keine Auskunft, weil ich es für euren Verein nicht weiß.

Was du an Material selbst kaufst, und was nicht

Das meiste stellt der Verein. Was Trainer trotzdem oft selbst anschaffen, weil es sonst fehlt: eine eigene Pumpe, ein zweiter Satz Leibchen in einer dritten Farbe, zwanzig flache Markierungsteller, eine wasserfeste Mappe für die Listen. Preise nenne ich hier keine, weil ich sie nicht mit Datum belegen kann.

Was du dagegen nicht selbst kaufst: Tore, Bälle und Trikots. Wenn die fehlen, ist das eine Frage an den Verein und keine an dein Konto. Wer anfängt, Vereinsausstattung privat zu ersetzen, hört damit nicht wieder auf.

Die eine Anschaffung, für die sich das Gespräch mit der Abteilungsleitung lohnt, sind Mini-Tore, und zwar mehr als zwei. Vier je Feld sind die Voraussetzung für alles, was im Baukasten steht. Bis sie da sind, stellst du Hütchentore und wartest nicht.

Und was du ausdrücklich nicht organisierst: die Fahrgemeinschaften im Einzelnen, die Geburtstagsgeschenke, den Mannschaftsausflug und die Frage, wer beim Sommerfest den Grill macht. Das sind Aufgaben für die Eltern. Ein Trainer, der das alles übernimmt, hat am Ende der Saison eine gut organisierte Mannschaft und keine Lust mehr. Was dich eine Mannschaft ohnehin an Zeit kostet, steht in Was auf dich zukommt.

Was sich mit dem Alter ändert, und was nicht

Die Kontaktliste, die Notiz, der Ausfallplan, die Kasse und die Kiste sind in jeder Stufe dasselbe Blatt. Eine Staffel mit vier gleichen Zeilen wäre hier Unsinn. Zwei Dinge sind trotzdem anders.

Die Terminübersicht sieht in der G-Jugend anders aus als in der E-Jugend. Bei den Jüngsten stehen Spielfeste drin, ohne festen Rhythmus, dafür ein Vormittag mit mehreren Vereinen; in der E-Jugend sind es Ligatermine mit An- und Abfahrt, jede Woche. Die Vorlage oben trägt beides, nur die Zeilen sehen anders aus.

Und die Trikotspalte fällt bei den Jüngsten manchmal weg. Nicht überall gibt es für die G-Jugend einen eigenen Trikotsatz; manchmal kommt er über eine Aktion des Vereins oder eines Sponsors. Dann wäscht niemand reihum, und die Zeile „wer bringt die Trikots“ bleibt leer, bis es welche gibt.

Der Zettel zum Mitnehmen

Sieben Blätter, ein Ordner. Steht alles, ist der Test von oben bestanden:

  • Kontaktliste mit zwei Nummern je Kind und einer Zweitschrift beim Co-Trainer
  • Regelkatalog, derselbe wie in der Kabine
  • Materialliste und Schlüsselübersicht, mit dem, was sonst fehlt: Tape, Stift, Ersatzschlüssel, Teller
  • Terminübersicht der Runde mit Treffpunkt, Fahrer und Trikots
  • Fahrdienstplan, geführt von dem Elternteil, das ihn übernommen hat
  • Trainingsnotizen, drei Zeilen je Einheit
  • Kassenblatt, nicht auf deinem Konto

Dazu der Ausfallplan mit zwei Namen und einem Satz, und die drei Termine im Kalender.

Ich glaube, die Trainer, die nach zwei Jahren aufhören, scheitern selten am Training. Sie scheitern an dem, was hier steht. Was du sonst noch lernen kannst, und wo, steht im nächsten Kapitel: beim E-Learning des DFB, der untersten Stufe, mit der du an einem Abend anfangen kannst.

Dieser Artikel enthält keine Regel- und keine Preisangaben. Die sieben Blätter, die Vorlagen, die Kiste und die Treffpunktregel sind Erfahrung aus Patricks F-Jugend-Training, keine Vorgabe des Verbands. Wann die Meldung für die nächste Runde fällig ist und wie die Mannschaftskasse geführt werden darf, steht in der Jugendordnung beziehungsweise der Satzung deines Vereins oder Landesverbands; hier nachgesehen wurde das nicht.

Häufige Fragen

Was gehört auf die Kontaktliste einer Kindermannschaft?

Je Kind der Name, die Namen der Eltern, zwei Telefonnummern und ein Feld für das, was du im Ernstfall wissen musst, etwa Asthma, eine Allergie oder eine Brille, die abgenommen wird. Mehr nicht. Was du nicht brauchst, erhebst du nicht, und was du erhebst, zeigst du nur dem, der für dich einspringt.

Was mache ich, wenn ich als Trainer kurzfristig ausfalle?

Den Ausfallplan benutzen, den du vorher aufgeschrieben hast: zwei Namen und ein Satz. Wer übernimmt das Training, wer schreibt in den Chat, und was passiert, wenn keiner von beiden kann. Ein Training, das ausfällt, ist kein Drama. Eines, das ausfällt, ohne dass es rechtzeitig jemand sagt, schon.

Muss ich als Elterntrainer Trainingsmaterial selbst kaufen?

Tore, Bälle und Trikots stellt der Verein. Wenn die fehlen, ist das eine Frage an die Abteilungsleitung und keine an dein Konto. Was Trainer trotzdem oft selbst anschaffen: eine eigene Pumpe, ein Satz Leibchen in einer dritten Farbe, zwanzig flache Markierungsteller und eine wasserfeste Mappe für die Listen.

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