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Trainingsinhalte nach Altersstufe: was wann dran ist

Erst der Körper, dann der Ball, dann das Spiel mit anderen, zuletzt Taktik: was in G, F und E schon geht, was noch nicht, und die eine Ausnahme.

9 Min. Lesezeitvon

„Trainiere ich das Richtige?“ Meistens ja, nur oft zu früh. Die Reihenfolge ist über alle Altersstufen dieselbe: erst der Körper, dann der Ball, dann das Spiel mit anderen, und ganz zuletzt das, was man Taktik nennt. Wer mit Sechsjährigen Passfolgen übt, weil er das aus seiner eigenen E-Jugend kennt, übt etwas, das drei Jahre zu früh kommt. Und wundert sich dann, warum es nicht klappt.

Das ist die lange Fassung von Kapitel 11 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer. Hier steht die Tabelle, die im Leitartikel keinen Platz hat, je Stufe ein Absatz dazu, die Grenze des DFB bei der Größe der Spielformen und die zwei Sätze, für die ich geradestehe. Übungen stehen hier keine. Welche Form du aufbaust, steht im Baukasten. Hier steht, welcher Inhalt wann dran ist.

Die Tabelle: vier Stufen und ein Ausblick

Die Zeilen sind die vier Stufen, mit denen dieses Magazin rechnet, dazu die D-Jugend als Ausblick. Sie steht drin, weil dort das anfängt, was du in den Jahren davor noch nicht machen sollst, und man sieht es am besten, wenn es danebensteht.

StufeSchwerpunktWas schon gehtWas noch nichtHöchstgröße der Spielform (DFB)
3–4 Jahre (vor G)Laufen, Fangen, Springen, den Ball berührenalles, was nach Spiel aussieht, mit oder ohne BallRegeln, eine Spielrichtung, ein Gegeneinanderzwei gegen zwei, und meistens gar kein Gegeneinander
5–6 Jahre (G, Bambini)Ballgewöhnung, Koordinationeins gegen eins, kleine Spiele auf ToreAbspielen als Absicht, Warten auf den Ball, Mannschaften, die einen Abend haltenzwei gegen zwei
7–8 Jahre (F)Dribbeln, Torschuss, erste Entscheidungenzwei gegen zwei, drei gegen drei, der erste Ball nach außenPositionen halten, Pressing, Umschaltendrei plus Torwart gegen drei plus Torwart
9–10 Jahre (E)Passen unter Gegnerdruck, Spiel über die SeitenÜberzahl erkennen, Zonenspiele, das Herausspielen als Pflichtfeste Systeme, Standardsvier plus Torwart gegen vier plus Torwart
11–12 Jahre (D), AusblickZusammenspiel in Gruppen, erstes PositionsspielAufgaben im Raum, Gegenpressing in Ansätzenalles, was auf Erwachsenenfußball hinausläufteins gegen eins bis vier gegen vier

Die rechte Spalte ist vom DFB, mit Quelle unten. Die drei anderen sind meine Einteilung: für die G- und die F-Jugend aus unserem Training, für die E- und die D-Jugend aus dem, was ich als Spieler selbst erlebt und seitdem gelesen habe. Eine Verbandstabelle mit Schwerpunkten je Stufe gibt es bestimmt, ich habe sie nicht nachgeschlagen. Dass die Fünf- und Sechsjährigen ballfixiert sind und Mitspieler in ihrem Kopf noch keine Rolle spielen, schreibt der Südbadische Fußballverband wörtlich so und nennt die Stufe „Ich und mein Ball“. Das passt zu dem, was ich sehe.

3 bis 4 Jahre: der Ball ist eines von vielen Dingen

Bei den Drei- und Vierjährigen gibt es keine Regel, keine Richtung und kein Gegeneinander. Sie laufen, fangen, springen, werfen Hütchen um, und irgendwann ist der Ball dabei. Alles, was nach Spiel aussieht, ist der Inhalt. Ein Kind, das neben den anderen spielt statt mit ihnen, macht nichts falsch. So ist das Alter.

Was du weglässt: alles, was eine Erklärung braucht.

5 bis 6 Jahre: ich und mein Ball

Jetzt ist der Ball ein eigenes Ding, und das Kind will ihn. Diesen, jetzt. Ballgewöhnung und Koordination sind der Abend: den Ball mitnehmen, stoppen, aufs Tor schießen, jeder mit seinem eigenen. Eins gegen eins geht, kleine Spiele auf Tore gehen, und mehr als zwei gegen zwei sollen sie laut DFB auch nicht sein.

Was noch nicht geht: Abspielen als Absicht. Wenn ein Sechsjähriger abspielt, ist das meistens ein Zufall oder ein Schuss, der beim Mitspieler landet. Warten auf den Ball geht auch nicht, und darum sind Spielformen, in denen jemand vorn steht und wartet, in dem Alter verlorene Minuten. Wie ein Abend bei uns in der G-Jugend aussieht, mit Bierbänken als Toren, steht in G-Jugend trainieren.

7 bis 8 Jahre: ich, mein Ball und ein Mitspieler

Dribbeln, Torschuss, die ersten Entscheidungen. Ein Kind sieht jetzt einen Anspielpunkt und nutzt ihn, und es will den Ball sofort zurück. Zwei gegen zwei und drei gegen drei tragen den Abend, und der erste Ball nach außen kommt dazu, siehe unten. Die Kinder brauchen dafür keine Positionsnamen. Sie müssen erleben, dass sie sich freilaufen, einen sicheren Ball anbieten und nach dem Pass wieder eine neue Stelle suchen können.

Was noch nicht geht: Positionen halten, Pressing, Umschalten. Ein Achtjähriger, dem du sagst, er soll hinten bleiben, bleibt entweder hinten und schaut zu, oder er vergisst es beim ersten Ball. Beides ist in Ordnung, nur nicht als Trainingsinhalt. Wie ein F-Abend bei uns aufgebaut ist, mit vier gegen vier und einem Schwerpunkt über mehrere Wochen, steht in F-Jugendtraining: Tipps für Trainer.

9 bis 10 Jahre: ich, mein Ball und meine Mitspieler

Passen unter Gegnerdruck, das Spiel über die Seiten. Die Kinder sehen mehrere Anspielpunkte, wählen aus, denken in Räumen und wollen das Ergebnis wissen. Überzahl erkennen, Zonenspiele, und das Herausspielen von hinten gehört jetzt in jede Woche. Die Formen werden größer, bis vier plus Torwart, die Felder auch, und eine Mannschaft hält einen ganzen Abend.

Was noch nicht geht: feste Systeme und Standards. Wer mit Zehnjährigen eine Aufstellung einstudiert, nimmt ihnen die Entscheidungen weg, die sie jetzt brauchen.

Die Grenze, die der DFB zieht

Eine Grenze zieht der DFB ausdrücklich, und sie betrifft die Größe der Spielformen. In der Trainingsphilosophie Deutschland dürfen die Formen bei den Bambini zwei gegen zwei nicht übersteigen, in der F-Jugend höchstens auf drei plus Torwart gegen drei plus Torwart wachsen und in der E-Jugend auf vier plus Torwart gegen vier plus Torwart. Von der D-Jugend aufwärts bleibt der Rahmen eins gegen eins bis vier gegen vier. Positionsspezifisch wird trainiert, aber erst ab der C-Jugend, und auch dort nur neben dem, was für alle Altersstufen gilt.

Meines Erachtens haben alle Verbände aktuell noch zu große Spielformen im Spielbetrieb, Stand September 2026. Und es wird natürlich das trainiert, was am Samstag oder Sonntag auch gespielt wird. Deshalb steht die Spalte in der Tabelle: Im Training darfst du kleiner bauen als am Wochenende.

Nach Erfahrung, nicht nach Geburtsjahr

Die Tabelle liest sich nach Erfahrung und nicht nach Jahrgang. Eine F-Jugend, in der die Hälfte der Kinder erst seit einem halben Jahr spielt, steht in der Zeile darüber. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Beschreibung.

Und wenn deine Gruppe über zwei Zeilen verteilt ist, was bei uns der Normalfall ist, trainierst du nicht den Durchschnitt. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Kind unserer F-Jugend liegen manchmal zwei Jahre Entwicklung, jedenfalls sieht es so aus, wenn beide im selben Feld stehen. Du baust zwei Felder auf und gibst jedem Ende das, was in seiner Zeile steht. Wie die Einteilung beim Aufbauen entsteht, steht in Kapitel 07. Der Durchschnitt ist die einzige Gruppe, die es auf dem Platz nicht gibt.

Bei den Jüngsten ist die Einheit kürzer, als du planst

Das steht in keiner Zeile der Tabelle, und es gehört trotzdem hierher: Bei den Kleinen sind die letzten zehn Minuten verloren, egal was du aufbaust. Plan kurz, und hör auf, solange die Kinder noch wollen. Dann kommen sie beim nächsten Mal wieder. Die Längen je Stufe, von dreißig Minuten bei den Drei- und Vierjährigen bis zu neunzig in der F, stehen in der Staffel der ersten Trainingseinheit.

Die eine taktische Ausnahme

Von hinten sauber herausspielen. Nicht vor dem eigenen Tor tricksen, sondern den ersten Ball nach außen und dann nach vorn. Das ist die einzige taktische Ansage, die ein Sechsjähriger im Spiel auch umsetzt, und ich halte alles andere in dem Alter für verschenkte Zeit. Position halten, Pressing, Umschalten: wartet.

Der Grund, warum das Herausspielen hier steht und nicht bei den Übungen: Es verhindert den Ablauf, der am Samstag den Tag kippt, bevor er anfängt. Der Gegner läuft direkt am Tor an, der Ball geht verloren, das Tor fällt, Anstoß, dasselbe noch einmal. Was du dann am Spielfeldrand noch tun kannst, steht im Spieltag-Artikel. Am Samstag ist es für das Beibringen zu spät. Beigebracht wird es dienstags, als Form Nummer 5 aus dem Baukasten, als Spielform mit Gegner und nicht als Passfolge an Hütchen. Bei uns läuft sie gerade als Schwerpunkt über mehrere Wochen, der Aufbau aus der Torwartzone: Wo läuft das nächste Kind hin, wenn der Torwart den Ball hat, und wohin kann es passen, wenn ein Gegner näher kommt.

Warum ich beim Torwarttraining so deutlich bin

Der zweite Satz, für den ich geradestehe: Torwarttraining mit Sechsjährigen ist verschenkte Zeit. Obwohl es natürlich super viel Spaß macht. Beide Sätze sind Meinung, beide sind als solche gekennzeichnet, und beide dürfen dir nicht gefallen.

In dem Alter wechselt ohnehin ständig, wer ins Tor geht. Wer sich mit sechs auf eine Position festlegt, verliert die Jahre, in denen er alles andere gelernt hätte. Bei uns frage ich nach und wechsle, wenn sich mehrere melden. Möchte nur eines ins Tor, kann es die Rolle in der Form auf ein Tor behalten, und trotzdem spielt auch dieses Kind ab und zu draußen. Es ist F-Jugend und kein Casting für eine feste Position. Wenn ein Kind unbedingt will, lass es. Trainier es nicht darauf. Ab wann Torwarttraining sinnvoll wird und wie es dann aussieht, bekommt einen eigenen Artikel.

Vier Sätze zum Mitnehmen

Je Stufe einer, für den Moment, in dem ein Kind dich fragend anschaut und du keine Zeit für eine Erklärung hast:

  • 3 bis 4 Jahre: „Hol dir den Ball.“
  • 5 bis 6 Jahre: „Nimm den Ball mit.“
  • 7 bis 8 Jahre: „Schau hoch.“
  • 9 bis 10 Jahre: „Erst nach außen.“

Was du inhaltlich trainierst, hast du damit. Was der Verein daraus meldet, in welche Klasse und mit welcher Frist, ist die nächste Frage, und sie stellt sich früher, als du denkst: Wo deine Mannschaft gemeldet wird.

Quelle zur Höchstgröße der Spielformen je Altersstufe und zur Positionsspezifik ab der C-Jugend: Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Fassung vom 14. Oktober 2024, Seite 11, abgerufen am 7. September 2026. Quelle zur Stufe „Ich und mein Ball“: Südbadischer Fußballverband, Auf dem Platz: Trainingsformen, geprüft am 28. August 2026; die Bezeichnungen der drei anderen Stufen sind unsere eigene Fortschreibung und keine Verbandsbegriffe. Die Spalten Schwerpunkt, was schon geht und was noch nicht sind Erfahrung und Meinung aus Patricks Training, keine Vorgabe des Verbands.

Häufige Fragen

Ab wann kann man mit Kindern Taktik trainieren?

Positionen halten, Pressing, Umschalten: das wartet bei uns bis zur E-Jugend, und auch dort kommt es in kleinen Formen und nicht als System. Die eine Ausnahme, die schon ein Sechsjähriger im Spiel umsetzt, ist das Herausspielen von hinten. Der erste Ball geht nach außen und dann nach vorn. Mehr Taktik brauchen G und F nicht.

Wie groß dürfen Spielformen im Kindertraining sein?

Der DFB nennt in der Trainingsphilosophie Deutschland Höchstgrößen: bei den Bambini zwei gegen zwei, in der F-Jugend drei plus Torwart gegen drei plus Torwart, in der E-Jugend vier plus Torwart. Von der D-Jugend an bleibt der Rahmen eins gegen eins bis vier gegen vier. Positionsspezifisch trainiert wird erst ab der C-Jugend.

Ab wann lohnt sich Torwarttraining im Kinderfußball?

Mit sechs halte ich es für verschenkte Zeit, und das ist eine Meinung. In dem Alter wechselt ständig, wer ins Tor geht, und wer sich früh festlegt, verliert die Jahre, in denen er alles andere gelernt hätte. Wenn ein Kind unbedingt ins Tor will, lass es. Trainier es nicht darauf. Ein eigener Artikel zum Torwarttraining ist geplant.

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