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Entwicklung

Wenn der Trainer schreit: was Eltern tun können

Laut, leise oder nur der Samstag: woran du den Unterschied erkennst, was du tun kannst, ohne dass es auf dein Kind zurückfällt, und wo der Kinderschutz anfängt.

6 Min. Lesezeitvon

Entwurf. Dieser Text ist aus Kapitel 11 des Elternleitfadens ausgegliedert und noch nicht belegt. Überall dort, wo eine Zahl, eine Regel oder eine eigene Erfahrung hingehört, steht ein gestrichelt umrandeter Kasten mit dem Hinweis, was noch zu prüfen ist. Solange auch nur einer davon übrig ist, bleibt noindex gesetzt.

Wer im Kinderfußball an der Linie steht, macht das fast immer unbezahlt, und die Alternative zum ruppigen Trainer ist selten der bessere Trainer. Warum dieser Satz an den Anfang gehört und warum er trotzdem nichts aufhebt, steht am Beginn von Kapitel 11 des Elternleitfadens. Dieser Text setzt dort an und beantwortet die Frage, die danach kommt: Woran erkennst du den Unterschied, und was tust du?

Die laute Tonlage: erst einordnen, dann bewerten

Ein Training mit vierzehn Sechsjährigen auf einem halben Platz ist laut. Wer über dreißig Meter eine Ansage macht, ruft. Das ist kein Anschreien, das ist Akustik.

Die Grenze wird trotzdem benannt und nicht angedeutet. Sie ist überschritten, wenn ein Kind vor der Gruppe bloßgestellt wird, wenn einzelne Kinder abwertend angesprochen werden, wenn Strafrunden verteilt werden, und wenn Kinder nach dem Training nicht mehr hingehen wollen. Der letzte Punkt ist der verlässlichste, weil du ihn zu Hause siehst und nicht auf dem Platz.

Der Trainer am Dienstag und der Trainer bei 0:3

Das sind oft nicht dieselbe Person, und das gehört hierher, weil es die Frage beantwortet, die Eltern wirklich stellen.

Im Training läuft es. Am Spieltag steht die Mannschaft hinten, die Kinder machen nicht, was besprochen war, an der Linie stehen dreißig Erwachsene und sehen zu. Dann wird ein sonst ruhiger Vater hektisch. Erst kommen die Anweisungen schneller, dann lauter, dann kommt der Satz, den er hinterher selbst nicht so gemeint hat. Dass er als Vater dort steht, macht es nicht leichter: Es ist auch seine Mannschaft, vor seinen Leuten.

Das erklärt es und entschuldigt es nicht. Es ist dieselbe Trennung wie beim Ehrenamt weiter oben.

Was du daraus für dich brauchst, ist eine Unterscheidung: Ist das der Trainer, oder war das der Samstag? Ein Ausfall unter Druck steht einzeln, er trifft die ganze Gruppe, und er hört mit dem Abpfiff auf. Kommen dieselben Sätze im Training, treffen sie immer dasselbe Kind, oder gehen sie nach dem Spiel weiter, dann ist es kein Ausrutscher, sondern der Ton. Das ist die Grenze zwischen „einmal danebengegriffen“ und „so ist es hier immer“, und ohne sie beurteilst du einen Menschen nach seinen schlechtesten neunzig Minuten.

Praktisch folgt daraus vor allem eines: Am Spieltag sprichst du niemanden an. Den Trainer nicht, und die anderen Eltern über ihn auch nicht. Bei 0:3 steht keiner gut da, auch der nicht, der es anspricht.

Die leise Tonlage, und um die geht es öfter

Das Kind trifft und hört „von dir hätte ich zwei erwartet“. Es trifft noch einmal und hört „der hätte fester reingehen können“. Einzeln ist keiner dieser Sätze der Rede wert. Sie kommen nur nicht einzeln, sondern jedes Mal.

Es ist nicht das Urteil, das wirkt. Es ist, dass das Lob nie stehen bleiben darf.

Warum das passiert, gehört dazu, sonst wird der Absatz ungerecht. Viele dieser Trainer haben es selbst nie anders gehört. Sie meinen es nicht schlecht und bekommen „das hast du richtig gut gemacht“ schlicht nicht ohne Fortsetzung heraus. Das ist eine Prägung und keine Absicht.

Nenn es für dich „Lob mit Nachschlag“, wenn dir das hilft. Der Ausdruck beschreibt einen Satzbau und keinen Charakter, und er beschreibt ihn nur so lange, wie er hilft. Der Trainer wird hier nicht etikettiert.

Diese Tonlage ist schwerer zu behandeln als die laute, und zwar aus einem einzigen Grund: Es gibt keinen Vorfall. Nichts ist passiert, nichts lässt sich zitieren, und wer es anspricht, steht als überempfindlich da. Sie wirkt trotzdem, und sie wirkt langsam.

Der Typ aus Kapitel 02 spielt hier hinein, in zwei Sätzen. Das Kind, das beim Erklären nicht vom Ball lässt, hört die Ansage am häufigsten, steckt sie weg und überhört das „aber“, während dieselbe Ansage ein anderes Kind zerlegt und das sensible von „gut gemacht, aber“ ohnehin nur die zweite Hälfte hört. Das ist kein Maßstab. Es ist der Grund, warum ausgerechnet bei dem einen am seltensten jemand hinsieht: Wer nur die Reaktion des Kindes betrachtet, misst die falsche Größe.

Die Sorge, dass es auf dein Kind zurückfällt

Sie ist begründet, und dieser Text sagt das, statt sie wegzureden. Der Trainer entscheidet über Aufstellung, Einsatzzeit und Ansprache. Er ist niemandem weisungsgebunden. Wer ihn kritisiert, kritisiert den, der das eigene Kind am Samstag aufstellt. Wer an dieser Stelle schreibt, ein offenes Wort schade nie, hat mit keinem Elternteil gesprochen.

Die zweite Hälfte derselben Wahrheit ist nüchtern. In einem Ballungsraum mit vollen Jahrgängen und Warteliste kann ein Trainer sich die Kinder aussuchen, und wer nicht mitzieht, ist irgendwann nicht mehr dabei. Im Dorfverein mit elf Kindern im Jahrgang gilt das Gegenteil, weil dort jedes Kind gebraucht wird. Das ist Erfahrung und keine Statistik, und es gilt nicht für jeden Verein.

Was du tust, in dieser Reihenfolge

  1. Einmal beobachten, statt sofort zu reagieren. Geh zweimal hin, bevor du etwas sagst, und einmal davon ins Training statt zum Spieltag. Sonst beurteilst du den Samstag und nicht den Trainer. Vieles, was aus dem Auto heraus schlimm klingt, ist auf dem Platz eine Ansage über dreißig Meter.
  2. Schick jemanden vor, statt selbst gegenüberzustehen. Den Jugendleiter, die Vertrauensperson des Vereins, einen zweiten Trainer, notfalls mehrere Eltern gemeinsam statt eines einzelnen. Der Punkt ist nicht Feigheit. Der Punkt ist, dass dein Anliegen ankommt, ohne dass ein Kind daran hängt.
  3. Oder der umgekehrte Weg: näher heran statt gegenüber. Betreuer, Fahrdienst, Trikots, Aufbau. Wer mitmacht, steht neben dem Trainer statt vor ihm, sieht selbst, wie eine Einheit mit vierzehn Kindern läuft, und wird gehört, weil er dazugehört. Das ist der Weg, der am häufigsten wirklich etwas ändert, und der einzige, von dem der Verein auch etwas hat. Er kostet Zeit, und das ist nicht kleingeredet.
  4. Das Gespräch unter vier Augen, wenn es sein muss. Nicht am Spielfeldrand, nicht direkt nach dem Spiel, nicht vor anderen Eltern. Und mit einem Satz, den du dir vorher zurechtlegst: „Mir ist aufgefallen, dass er nach dem Training oft still ist. Fällt dir das auch auf?“ Eine Beobachtung, eine Frage, kein Urteil.
  5. Danach der Jugendleiter, danach die Anlaufstelle des Vereins oder des Verbands.

Offen, Quelle: Die Wege im Verein und die Zuständigkeiten: Jugendleiter, Jugendwart, Vertrauensperson, Ansprechperson des Landesverbands. Vereinssatzungen und Kinderschutzkonzept des Landesverbands, mit Abfragedatum. Die Bezeichnungen weichen ab und meinen nicht überall dasselbe. Das gehört in den Text.

Was du nicht tust: im Elternchat eskalieren. Nicht aus Rücksicht auf den Trainer, sondern weil danach zwei Lager existieren, dein Kind in einem davon spielt, und die Sache selbst dabei nicht mehr vorkommt.

Wo es aufhört, eine Erziehungsfrage zu sein

Bei Grenzverletzungen gilt der Kinderschutz des Verbands, und dann geht man nicht mehr den kurzen Dienstweg. Dann gilt auch der Ehrenamtsabsatz vom Anfang dieses Kapitels nicht mehr. Es gibt dafür benannte Stellen im Verein und beim Landesverband, und sie sind genau dafür da.

Offen, Quelle: Zuständigkeiten und Anlaufstellen bei Grenzverletzungen, aus dem Kinderschutzkonzept des DFB und des Landesverbands, mit Abfragedatum. Im Text wird auf die Verbandsstelle verwiesen, nicht auf eine interne Seite.

Offen, Erfahrung: Beide Seiten, und in diesem Projekt kann das genau einer schreiben. Wie es ist, wenn vierzehn Kinder nicht zuhören und man lauter wird, und wo für ihn die Grenze liegt. Ob Eltern ihn schon einmal angesprochen haben und wie das ausgegangen ist. Ein Elternteil, das statt zu reden Betreuer oder Fahrdienst geworden ist. Ob er selbst schon Sätze gesagt hat, die ein Lob nicht haben stehen lassen. Und der eigene Moment bei 0:3: was er gesagt hat, was er hinterher damit gemacht hat, ob er es einem Kind gegenüber geradegerückt hat.

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